Doch der Reihe nach: Die Ortstaxe ist eine Steuer, die der Tourismusförderung dienen soll. Seit 1. Jänner 2024 entrichtet der Gast je nach Beherbergungskategorie zwischen 1,50 und 2,50 Euro pro Nacht. Vor allem für die unteren Kategorien und den Urlaub am Bauernhof, wo bis dahin 0,85 Euro anfielen, war die Erhöhung happig. Nach langem Streit einigte man sich 2023 darauf, dass 70 Prozent der Einnahmen von landesweit gut 50 Millionen Euro bei den Tourismusorganisationen bleiben. Die restlichen 30 Prozent fließen an die IDM, was lange umstritten war.<BR /><BR />Aber: Laut Gesetz haben die Gemeinden die Möglichkeit, die Ortstaxe auf bis zu 5 Euro zu erhöhen. Viele Gemeinden haben dies getan. „Und darüber, was mit diesem Geld passiert, gilt es einen Kompromiss zu finden“, sagt Gemeinden-Präsident Andreas Schatzer.<BR /><BR /> Die Gemeinden drängen seit langem auf eine Neuausrichtung der Kurtaxe. Trotz der jährlichen 2 Millionen Euro aus der Taxe in Corvara bleibe für die Gemeinde kaum etwas übrig, obwohl die Gemeinde relevante Kosten für Straßen und Wege trage und die Taxe einhebe, kritisierte zuletzt Bürgermeister Robert Rottonara.<h3> Höhe und Zweckbindung „im Einvernehmen“</h3>Jetzt hat man laut Landeshauptmann eine Lösung gefunden. „Erhöhungen werden vom Gemeinderat beschlossen. Deren Höhe und Zweckbindung muss im Einvernehmen zwischen Gemeinde und Tourismusverein erfolgen – und zwar für jede Gemeinde separat“, so Schatzer. „Künftig sollte es so sein, dass sowohl der Tourismus, als auch die Gemeinden je einen Euro mehr verlangen können“, sagt Schatzer. Die Einnahmen der Gemeinde sind für tourismusrelevante Zwecke wie Hallenbad oder Wegnetz gebunden. „Aber auch für die Verwaltung der Abgabe, die ja über uns läuft“, so Schatzer. Die Höchstgrenze von 5 Euro pro Nacht bleibe auf jeden Fall aufrecht.<h3> „Wir warten auf den Vorschlag der Gemeinden“</h3>So weit, so gut. Trotzdem scheint die ganze Sache noch nicht gegessen. „Wir haben für heute den Vorstand einberufen und warten auf den Vorschlag der Gemeinden“, sagt Ambros Hofer, Präsident des Landesverbandes der Tourismusorganisationen (LTS). Mehr sagt er nicht, doch ist umstritten, ob die Gemeinden einen vollen Euro bekommen sollen. Landesweit würde eine Erhöhung um einen Euro 22 Millionen Euro in die Kassen spülen; 50 Cent für die Kommunen würden reichen. Wenn aber keiner ohne den anderen über Erhöhung und Verwendung der Mittel entscheiden darf, wird man sich finden.