„Es schreien nicht alle Hurra, aber ich denke, wir haben eine für alle vertretbare Lösung gefunden“, sagte Tourismuslandesrat Arnold Schuler kürzlich über die geplante Reform der Ortstaxe. <h3> So sieht die geplante Reform aus</h3>Konkret soll es so aussehen: Für Betriebe mit 3 Sternen oder weniger beträgt die Ortstaxe in Zukunft 1,80 Euro, für 4-Sterne--Betriebe und mehr wird sie bei 2,50 Euro liegen. Maximal darf sie 5 Euro ausmachen, diese Erhöhung ist allerdings nur für gemeindeinterne Projekte möglich. <BR />60 Prozent für Tourismusvereine, 30 Prozent an IDM, 10 Prozent für Projekte auf territorialer Ebene<BR /><BR />60 Prozent der Einnahmen des Basisbetrages sollen an die Tourismusvereine gehen, 30 Prozent an die IDM und 10 Prozent sollen in Projekte auf territorialer Ebene fließen. <h3> „Die Ortstaxe wurde für den Tourismus eingeführt“</h3>Ganz und gar nicht glücklich ist man in Gröden mit der geplanten Reform. Daher hat die Marketingvereinigung „Dolomites Val Gardena/Gröden“ am Montag einen offenen Brief an Landesrat Schuler verfasst, unterschrieben von Christoph Vinatzer, dem Präsidenten von „Dolomites Val Gardena/Gröden“. Hier der Inhalt des Schreibens im Wortlaut.<BR /><BR />„Die Ortstaxe wurde für den Tourismus eingeführt. Dabei wurde versprochen und zugesichert, dass diese zu 100 Prozent zugunsten der örtlichen Tourismusvereine bzw. Tourismusverbände fließt.<h3> „Man beschränkte sich auf die reine Marketingtätigkeit“</h3>Dies währte nicht lange, denn im Jahr 2018, im Zuge der Neuorganisation der Tourismusorganisationen Südtirols, wurden die Gelder neu verteilt und so gingen nun 25 Prozent an die IDM. Im Zuge der Neuorganisation wurde auch festgehalten, dass ein 3-Säulen-System für die Finanzierung eingerichtet wird damit alle Beteiligten (Tourismusvereine – Betriebe - Öffentliche Verwaltung mit Land und Gemeinden) sich verpflichten die Finanzierung zu gewährleisten.<h3> „Gröden hat sich von Anfang an dagegen ausgesprochen“</h3>Gleichzeitig wurden die Tourismusverbände abgeschafft und sollten von den Regionalen Managementeinheiten (RME) ersetzt werden. Damit sollten auch alle Aufgaben die bisher von den Tourismusverbänden erledigt wurden, von den RME (dann DME) übernommen werden. Allerdings beschränkte man sich in der Aufgabenverteilung auf die reine Marketingtätigkeit.<BR /><BR />Wir vermerken, dass der Tourismusverband Gröden zwar die Vermarktung der Destination überhatte, sich aber vor allem um viele talübergreifende Koordinationsaufgaben kümmerte, die letztendlich unerlässlich für ein reibungsloses Destinationsmanagement vor Ort sind. <h3> „Nach nun 5 Jahren, seit der Reform, demonstrieren wir nach wie vor unseren Unmut“</h3>Darunter fiel auch die herausfordernde Aufgabe der Mobilität, deren Organisation und Kosten weiterhin den Tourismusvereinen blieb. Zu den weiteren Aufgaben übernimmt ,Dolomites Val Gardena' die Kommunikation, die Koordination der Drucksorten, die Veranstaltungen, den Internetauftritt, die Pressearbeit, die interne Buchhaltung, sowie den gesamten Postversand und das Callcenter. <BR /><BR />All diese Kosten mussten die Betriebe bzw. die Tourismusvereine separat aufbringen, trotz der Abgabe von 25 Prozent der Ortstaxe an die IDM. Für bestimmte Marketingmaßnahmen, z.B. für das Dolomitengebiet, werden von der IDM zusätzliche Gelder verlangt und auch diese müssen die Tourismusvereine noch zusätzlich aus eigener Tasche stemmen.<BR />Auch deshalb hatte sich Gröden von Anfang an dagegen ausgesprochen.<h3> „Kein Geheimnis, dass auch andere Destinationen mit der Entwicklung alles andere als zufrieden sind“</h3>Nach nun 5 Jahren, seit der Reform, demonstrieren wir nach wie vor unseren Unmut. Tatsache ist, dass die damals geäußerten Zweifel fast zur Gänze eingetreten sind. Die geplante Struktur der IDM hat sich bald geändert, Kommissionen die für die bessere Vernetzung und Zusammenarbeit einberufen werden sollten, wurden binnen kurzer Zeit ,abgeschafft' genauso auch die famosen DME. Auch den Präsidenten ist das direkte Mitspracherecht entnommen worden.<BR /><BR />Auf dem damals großen Zweifel der Tourismusvertreter Grödens, dass bekannte Destinationsmarken mit der Reform benachteiligt würden, konterte man mit dem Argument, dass die Reform das Gegenteil bewirke und die bekannten Marken noch mehr Sichtbarkeit erhielten. Auch diesem Versprechen können wir beileibe nicht beipflichten.<BR /><BR />Hätte Gröden damals nicht ein übergemeindliches Büro ,Dolomites Val Gardena' weitergeführt, wären immens viele Aufgaben stecken geblieben, die für ein touristisches Tal wie Gröden zu fatalen Image- und Organisationsschäden geführt hätten. <h3> „Das lässt das Versprechen des Landeshauptmannes in weite Ferne rücken“</h3>Es ist kein Geheimnis, dass auch andere Destinationen mit der Entwicklung alles andere als zufrieden sind und es den Grödnern nachgemacht haben und selbst wieder Koordinations - oder Servicestellen eingerichtet haben.<BR /><BR />In Anbetracht dieser Argumente soll nun die IDM, mit einer neuen geplanten Reform über die Ortstaxe noch höher finanziert werden wie bisher und lässt das damalige Versprechen des Landeshauptmannes in weite Ferne rücken.<h3> „Viele andere Kategorien profitieren vom Tourismus und tragen keinen Obolus dazu bei“</h3>Nicht vergessen möchten wir letztendlich, wer die Gelder der Ortstaxe vom Gast kassieren muss, und das sind die örtlichen Vermieter. Wir weisen darauf hin, dass viele andere Kategorien vom Tourismus profitieren und keinen Obolus dazu beitragen, bzw. sich nicht an der Finanzierung beteiligen.<BR /><BR />Es ist nicht vertretbar, dass die Ortstaxe, die ausschließlich als Finanzhilfe für die Grundfinanzierung der Tourismusvereine eingeführt wurde, zunehmend missbraucht und zur Mitfinanzierung der IDM benutzt wird.“