Samstag, 21. September 2019

Osram-Übernahmekampf: Bain könnte mit Advent nachbessern

Im Ringen um die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram zeichnet sich einem Agenturbericht zufolge ein neues Bündnis zwischen den Finanzinvestoren Bain Capital und Advent ab. Beide loteten aus, ob sie dem bisher überlegenen Offert des steirischen Chipherstellers ams gemeinsam etwas entgegensetzen könnten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Bain bietet bisher zusammen mit der US-Beteiligungsgesellschafter Carlyle, ist aber mit einem Gebot von 35 Euro je Aktie den 38,50 Euro unterlegen, mit denen AMS die Osram-Aktionäre lockt. Am Freitag schlossen Osram mit 38,17 Euro knapp zwei Prozent fester.

Während Bain Capital Verhandlungskreisen zufolge intern die Bereitschaft zu einer Erhöhung signalisiert hatte, sträubte sich Carlyle dagegen, mehr für Osram zu bieten. Sollte Advent in das Konsortium aufgenommen werden, würde Carlyle dafür aussteigen, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen zu Reuters. Bain, Advent, Carlyle und Osram wollten sich am Samstag nicht zu den Informationen äußern.

Für Bain und Advent drängt die Zeit. Die beiden Offerts laufen jeweils noch bis zum 1. Oktober. Um bis dahin ein neues Angebot zu entwerfen und von der deutschen Finanzaufsicht BaFin genehmigt zu bekommen, reichen die verbleibenden zehn Tage nicht aus. Wenn Bain und Advent ams überbieten wollen, müssten sie also hoffen, dass nicht genügend Osram-Aktionäre ihre Aktien dem österreichischen Chiphersteller andienen. Dazu müssten sie bald ein Signal geben, dass sie ein höheres Angebot zumindest in Vorbereitung haben.

Ams will mindestens 62,5 Prozent der Osram-Papiere einsammeln und hat für sein Offert auch eine Empfehlung der Führung des Lichttechnikkonzerns bekommen. Ende Oktober soll bei einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Aktienemission im Volumen von 1,5 Milliarden Euro genehmigt werden, um einen Teil der Übernahmekosten zu finanzieren.

apa/reuters

stol