Mittwoch, 16. Oktober 2019

Osttirol züchtet 500.000 Bäume fürs Trentino

Das Sturmtief Vaia, das Ende Oktober des vergangenen Jahres im Alpenraum , auch in Südtirol, Tausende Hektar Wald vernichtet hat, hat auch im Trentino tiefe Wunden hinterlassen. Dort wurden rund 5.000 Hektar Waldflächen zerstört. Die Bäume für die Wiederaufforstung dieser Flächen wachsen zum Teil in Osttirol.

350.000 Lärchen und 200.000 Fichten werden derzeit in Osttirol für das Trentino gezogen, zur Freude von Tirols Landesforstdirektor Josef Fuchs (v.l.), LH-Stv. Josef Geisler und dem Leiter des Landesforstgartens Nikolsdorf, Anton Schett.
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350.000 Lärchen und 200.000 Fichten werden derzeit in Osttirol für das Trentino gezogen, zur Freude von Tirols Landesforstdirektor Josef Fuchs (v.l.), LH-Stv. Josef Geisler und dem Leiter des Landesforstgartens Nikolsdorf, Anton Schett. - Foto: © Land Tirol

Für die Wiederaufforstung züchtet nun der Forstgarten Nikolsdorf in Osttirol rund 500.000 Bäume, teilte das Land Tirol am Mittwoch in einer Aussendung mit.

„Das Trentino kann die für die Wiederaufforstung notwendigen Bäume nicht zur Gänze selbst bereitstellen. Im Rahmen unserer Euregio-Zusammenarbeit springen wir ein und sorgen im Landesforstgarten Nikolsdorf für den entsprechenden Nachwuchs“, sagte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). Rund 350.00 Lärchen und 200.000 Fichten sollen für das Trentino gezogen werden.

In zwei Jahren, also 2021, soll die rund halbe Million Bäume dann an das Trentino übergeben werden. Das Saatgut für diese Bäume stammt aus den durch den Windwurf arg in Mitleidenschaft gezogenen Gegenden im Trentino selbst. „Das hat den Vorteil, dass die Pflanzen optimal an den dortigen Standort angepasst sind“, sagte Anton Schett, Leiter des Landesforstgartens Nikolsdorf.

Gute Zusammenarbeit auch mit Südtirol

Nicht nur mit dem Trentino arbeiten die Landesforstgärten des Bundeslandes Tirol zusammen. Mit Südtirol gibt es bereits eine jahrelange Kooperation. So lässt etwa der Forstgarten Südtirol Nadelholz-Zapfen im Forstgarten Nikolsdorf klengen. Beim Klengen werden die Samen von den Zapfen getrennt und für die Aussaat vorbereitet. Über 4,5 Tonnen Zapfen wurden 2018 für Südtirol geklengt. Außerdem hat Südtirol 13.000 Zirbenpflanzen aus Nord- bzw. Osttirol zugekauft.

Das Bundesland Tirol bezieht von Südtirol wiederum Samen von Flaum- oder Zerreichen. „So können wir auch jene für klimafitte Mischwälder notwendige Baumarten bereitstellen, die wir selber nicht oder nicht in ausreichender Menge produzieren“, erklärt Landesforstdirektor Fuchs.

Für Landeshauptmannstellvertreter Geisler ist die Zusammenarbeit im Forstbereich ein gutes Beispiel für das Funktionieren der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino: „Die Euregio wächst zusammen.“

apa