<BR />Bisher galt in der EU für Kleinsendungen unter 150 Euro eine Zollfreigrenze. Viele Onlinehändler nutzten diese Regelung jedoch aus Sicht der EU aus: Sie teilten ihre Lieferungen gezielt in mehrere kleine Sendungen auf, um die Zollzahlungen zu umgehen. Die Folge war eine massive Paketflut.<BR /><BR />Nach Angaben der Europäischen Kommission hat sich die Menge kleiner Pakete, die in die EU eingeführt werden, von 2022 bis 2024 jedes Jahr verdoppelt. 2024 gelangten 4,6 Milliarden solcher Pakete auf den EU-Markt, das sind 12 Millionen pro Tag. Im Vorjahr waren es rund 5,9 Milliarden. Rund 90 Prozent aller E-Commerce-Importe mit einem Wert von bis zu 150 Euro kamen laut Angaben der EU-Kommission aus China. <BR /><BR />Um dieser Paketflut ein Ende zu setzen und den Zoll zu entlasten, hatten die EU-Mitgliedsstaaten bereits im Vorjahr beschlossen, die Zoll-Freigrenze für Pakete abzuschaffen. Sobald die geplante EU-Zolldatenplattform technisch einsatzbereit ist, werden somit für alle Waren, die in die EU eingeführt werden, Zölle gelten. Dies sollte voraussichtlich ab Mitte 2028 der Fall sein. <BR /><BR />Um so früh wie möglich eine einfache Lösung gegen die Paketflut zu haben, gilt seit dem 1. Juli eine Übergangslösung in Form eines pauschalen Zollsatzes von drei Euro. Die Steuer gilt aber nicht pro Paket, sondern hängt vom Inhalt ab: Die Zölle werden auf jede der einzelnen Warenkategorien („Zollpositionen“) erhoben, die in einem Paket enthalten sind. Wenn ein Paket beispielsweise eine Bluse und eine Handyhülle enthält, fallen diese unter zwei verschiedene Kategorien des Zolltarifs. Zwei Abgaben in Höhe von insgesamt 6 Euro fallen damit an.<h3> hds begrüßt Neuerung</h3>Die neuen Zollregeln werden auch vom heimischen Handels- und Dienstleistungsverband (hds) begrüßt. Wie hds-Präsident Philipp Moser bereits in der Vergangenheit betonte, sei das „ein längst überfälliges Signal für fairen Wettbewerb“. Die Entscheidung der EU sei nicht nur ein wirtschaftspolitisches, sondern auch ein verbraucher- und umweltpolitisches Signal, betont der hds. „Viele Produkte, die im Rahmen des ultra-billigen Onlinehandels in die EU kommen, würden bei einer strengeren Kontrolle wohl nie die Regale eines europäischen Fachgeschäftes erreichen“, so Moser.