Freitag, 16. Februar 2018

Palmöl: Indonesien drängt EU zu laxeren Standards

Indonesien, größter Palmölhersteller der Welt, drängt die EU zur Aufweichung geplanter Standards für die Palmölproduktion. Die Regierung in Jakarta fordert die EU in „nicht zur Veröffentlichung“ gekennzeichneten Dokumenten auf, die indonesischen Standards für einen nachhaltigen Anbau zu akzeptieren – und nicht die geplanten, deutlich strengeren EU-Vorschriften für eine Zertifizierung.

Indonesien drängt die EU zur Lockerung der Gesetzte in der Palmölindustrie.
Indonesien drängt die EU zur Lockerung der Gesetzte in der Palmölindustrie. - Foto: © APA/AFP

Beide Seiten verhandeln ab Montag in vierter Runde über ein Handelsabkommen.

Palmöl ist ein wichtiges Basisprodukt für Lebensmittel und viele Körperpflege-, Pharma-, Haushalts- und Hygieneartikel. Es findet sich etwa in Margarine, Cremes, Fertiggebäck, Pizza und Waschmittel. Der Anbau von Ölpalmen vor allem in Ländern wie Indonesien und Malaysia wird seit langem wegen der damit häufig verbundenen Rodung ganzer Wälder sowie der Umweltzerstörung und der Arbeitsbedingungen kritisiert.

In Indonesien erfüllt derzeit nur eine Minderheit der Palmölplantagen die Nachhaltigkeitsstandards der Regierung – und diese gelten als wenig glaubwürdig. Das Handelsministerium wollte die Geheimdokumente heute, Freitag, nicht kommentieren. Sie sind mit Juni 2017 datiert.

Indonesien und Malaysia haben zudem den Beschluss des Europaparlaments von Mitte Jänner heftig kritisiert, die Verwendung von Palmöl in Biosprit solle bis 2021 in der EU ganz auslaufen. Dies werde viele Kleinbauern die Existenz kosten.

apa/afp

stol