Mittwoch, 27. September 2017

Paris und Rom einigen sich in Werftenstreit

Nach einem monatelangen Tauziehen um die Übernahme der französischen Großwerft STX haben sich die Regierungen in Paris und Rom laut Medienberichten nun geeinigt. Der italienische Fincantieri-Konzern kann demnach mit 50 Prozent bei dem Hersteller von Kreuzfahrt- und Militärschiffen in St. Nazaire einsteigen.

Um die Werft hatte es schweren Krach zwischen beiden Hauptstädten gegeben.
Um die Werft hatte es schweren Krach zwischen beiden Hauptstädten gegeben. - Foto: © APA/AFP

Darüber hinaus leiht der französische Staat ein Prozent der Anteile an die Italiener aus, die dann mit insgesamt 51 Prozent die unternehmerische Führung übernehmen können, berichteten die Nachrichtenagentur AFP und weitere französische Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Paris könne den ausgeliehenen Mini-Anteil aber unter bestimmten Bedingungen zurückfordern. Das Wirtschafts- und Finanzministerium nahm auf Anfrage zunächst keine Stellung zu der Vereinbarung.

Werft ist industrielles Aushängeschild

Um die Werft hatte es schweren Krach zwischen beiden Hauptstädten gegeben. Frankreich hatte STX im Sommer kurzerhand verstaatlicht, um seine strategischen Interessen zu schützen und neue Bedingungen für den Deal durchzusetzen.

Das hatte in Italien zu großem Unmut geführt. Die Werft an der Atlantikküste ist ein industrielles Aushängeschild: Sie hatte im vergangenen Jahr die „Harmony of the Seas“ als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt fertiggestellt.

Der Kompromiss sollte am Abend vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und italienischen Regierungschef Paolo Gentiloni nach Abschluss des bilateralen Gipfeltreffens in Lyon angekündigt werden.

apa/dpa

stol