Mittwoch, 01. Februar 2017

Parmalat wird von der Mailänder Börse genommen

Der italienische Milchkonzern Parmalat wird von der Mailänder Börse genommen. Die Börsenaufsicht Consob hat Parmalats Mutterkonzern Lactalis die Genehmigung für das Delisting des Milchkonzerns gegeben.

Lactalis will nach eigenen Angaben mit einem öffentlichen Kaufangebot in Mailand seinen 13-prozentigen Parmalat-Anteil aufkaufen, der noch an der Börse bleibt.

Die Franzosen wollen ihren Anteil von 87,7 Prozent auf mindestens 90,5 Prozent aufstocken, berichteten italienische Medien. Der Lactalis-Mutterkonzern Sofil bietet 2,80 Euro pro Parmalat-Aktie. Der zweitgrößte Parmalat-Aktionär, der Investmentfonds Amber, der eine 3-prozentige Beteiligung am Milchkonzern hält, könnte Lactalis jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Amber bezeichnete Sofils Angebot als zu niedrig und stemmt sich gegen Parmalats Börsenausstieg.

Mit dem Delisting will Lactalis eine stärkere Flexibilität bei der langfristigen Entwicklungsstrategie des italienischen Unternehmens erlangen, verlautete es aus dem französischen Unternehmen laut Medienangaben. Nach fünf Jahren als Parmalat-Eigentümer wolle Lactalis dem Milchkonzern eine neue Organisation geben, teilten die Franzosen mit. Lactalis bezeichnete sein Angebot als „einmalige Chance für die Aktionäre“.

Der italienische Milchkonzern wurde 2011 von Lactalis gekauft. Mit dieser Übernahme ist Lactalis zum stärksten Milchkonzern der Welt vor dem Schweizer Konkurrenten Nestle und der französischen Danone-Gruppe aufgerückt.

Parmalat war im Dezember 2003 unter 14 Mrd. Euro Schulden zusammengebrochen. Ex-Parmalat-Chef Calisto Tanzi, der in Parma in Haft sitzt, hatte mit seinen Mitarbeitern über Jahre Bilanzen gefälscht. Der Fall gilt als einer der größten Betrugsskandale der europäischen Unternehmensgeschichte. Seit 2005 ist Parmalat wieder an der Mailänder Börse notiert.

apa

stol