<BR />Derzeit gibt es in Südtirol rund 15.200 Handwerksunternehmen, die an die 8.000 Mitarbeiter beschäftigen; mit dem Bauhandwerk kommen weitere 9.200 dazu.<BR /><BR />Viele Handwerksbetriebe berichten laut dem Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) aktuell von einer zufriedenstellenden Auftragslage. Allerdings habe sich die Dynamik gegenüber den Boomjahren deutlich abgeschwächt. Vor allem im Neubausektor zeigen sich laut dem lvh die Auswirkungen höherer Finanzierungskosten und einer zurückhaltenderen Investitionsbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen.<BR /><BR />„Die Stimmung in den Betrieben ist besser als die allgemeine europäische Wirtschaftslage vermuten lässt. Dennoch beobachten wir eine zunehmende Vorsicht bei Investitionen und Konsumentscheidungen. Die Unternehmen verfügen zwar über Arbeit, die Planbarkeit hat aber deutlich abgenommen“, erklärt lvh-Direktor Walter Pöhl.<h3> „Druck auf die Betriebe ist gestiegen“</h3>An den größten Herausforderungen für den Wirtschaftssektor hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert, wie lvh-Präsident Martin Haller betont. Problem Nummer eins ist demnach weiterhin der akute Arbeitskräftemangel, den der lvh als „zentrale Wachstumsbremse“ bezeichnet. Zahlreiche Unternehmen könnten zusätzliche Aufträge annehmen, wenn ausreichend Fachkräfte verfügbar wären, heißt es aus dem Verband.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-75904796_quote" /><BR /><BR /><BR />Dahinter rangieren die steigenden Personal-, Energie- und Verwaltungskosten sowie die zunehmende bürokratische Belastung. „Die Betriebe brauchen weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung und Mitarbeitergewinnung. Die Herausforderungen haben sich gegenüber den vergangenen Jahren kaum verändert – der Druck auf die Unternehmen ist sogar noch gestiegen“, so Haller.<BR /><BR />Daneben machen dem Handwerk lange Genehmigungs- und Vergabeverfahren, Schwierigkeiten bei Betriebsnachfolgen und Unsicherheiten durch die internationale Wirtschaftslage zu schaffen.<h3> Ausblick </h3>Für die kommenden Monate erwartet der lvh eine insgesamt stabile Entwicklung, allerdings ohne größere Wachstumssprünge. Die hohe Beschäftigung, die anhaltende Nachfrage nach Sanierungen, Energieeffizienzmaßnahmen und technischen Dienstleistungen sowie die solide Finanzlage vieler Handwerksbetriebe würden weiterhin ein gutes Fundament bilden.<BR /><BR />Unsicherheitsfaktoren blieben die schwache Konjunktur in einigen europäischen Kernmärkten, steigende Kosten sowie die Entwicklung der privaten und öffentlichen Investitionen.<BR /><BR />„Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das Handwerk auch im zweiten Halbjahr einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität Südtirols leisten. Entscheidend wird sein, Investitionen zu fördern und den Betrieben mehr Handlungsspielraum zu geben“, betont Pöhl.