Markus Bernard, Vizeobmann der Baugruppe im lvh, spricht gegenüber diesem Medium von einem Phänomen, das besorgniserregende Ausmaße angenommen hat: „Im letzten halben Jahr wurden allein im Raum Bozen an 8 Baustellen Baumaterialien entwendet – insbesondere Kupferkabel.“ In 2 Fällen sei sein Unternehmen Bernard Bau direkt betroffen gewesen: „Gestohlen wurden Stromkabel von je 100 Metern Länge, die zu Kränen führten.“ Marktwert: über 3000 Euro pro Stück, Gewicht: je rund 450 Kilogramm.<h3> Bernard nimmt Eisenhändler in die Verantwortung</h3> Der wertvolle Teil befindet sich im Inneren der Elektrokabel – es sind die Kupferadern, die den Strom leiten. „Die Kriminellen schneiden vermutlich die Kupferelemente heraus und verkaufen sie an Eisenhändler weiter“, vermutet Bernard. Dass das Kupfer eingeschmolzen und anschließend als Rohstoff auf den Markt gebracht werde, hält er für weniger wahrscheinlich. „In jedem Fall dürfte es für die Diebe ein lohnendes Geschäft sein.“ <BR /><BR />Bernard richtet einen Appell an die Eisenhändler genau zu prüfen, was sie ankaufen – und von wem. „Eine gründliche Überprüfung der Identität der Verkäufer ist ebenso essenziell wie ein wachsames Auge für verdächtige oder ungewöhnlich günstige Angebote.“ Sie könnten Hinweise auf Diebesgut sein.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69150651_quote" /><BR /><BR />„Für die Unternehmen bedeuten diese Diebstähle nicht nur einen erheblichen finanziellen Schaden, sondern auch eine massive Beeinträchtigung des Baustellenbetriebs“, erklärt Bernard. „Termine geraten in Verzug, Abläufe müssen umorganisiert werden, und nicht selten führen solche Vorfälle zu längeren Stillständen“, führt der Vizechef der Baugruppe weiter aus.<BR /><BR />„Unsere Betriebe leisten tagtäglich präzise und verantwortungsvolle Arbeit auf Südtirols Baustellen. Es kann nicht sein, dass ihre Existenz durch organisierte Diebstähle und illegale Handelsstrukturen ausgebremst wird. Es braucht klare gesetzliche Regelungen, schärfere Strafen für Metalldiebstahl und mehr Kontrollen.“<h3> „Betonieren Kabel ein“</h3>Welche Vorkehrungen treffen die Betriebe selbst? „Überwachungskameras sind auf immer mehr Baustellen üblich. Zudem betonieren wir zunehmend die Kabel ein, damit sie nicht so leicht entwendet werden können. Wenn gar nichts hilft, müssen wir auf Aggregate – also mobile Stromerzeuger – ausweichen. Unter Kosten- und Umweltaspekten ist das jedoch sicher nicht die Ideallösung.“