Donnerstag, 23. Juni 2022

Pichler: „Ramschtickets gibt es keine mehr und das ist gut so“

Sie haben 2 äußerst schwere Jahre hinter sich: die Reisebüros. Während der Corona-Pandemie ist das Reisen naturgemäß ausgeblieben und die Reisebranche erlebte einen Stillstand. Nun ist die Reiselust wieder zurückgekehrt, sagt Martin Pichler, Präsident der Fachgruppe Reisebüros im hds.

Die Reisebranche war wohl eine jener Wirtschaftssektoren, die am schwersten von der Pandemie getroffen wurde. - Foto: © shutterstock

Von:
Arnold Sorg
„Wir haben 2 Jahre Stillstand erlebt“, sagt Pichler zu STOL. Die Reisebranche war wohl eine jener Wirtschaftssektoren, die am schwersten von der Pandemie getroffen wurde. Nun aber gebe es wieder einen deutlichen Aufschwung. „Zwar sind wir noch nicht auf Vor-Corona-Niveau, aber der Zulauf ist wieder groß“, so Pichler.

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Die Corona-Angst sei aber noch nicht völlig weg: „Einige Personen wollen nicht mit dem Flugzeug fliegen, aus Sorge vor eine Ansteckung“, so Pichler. So sei die Nachfrage nach Fernreisen noch nicht so groß, wie vor Corona.

Martin Pichler - Foto: © hds



Deshalb geht der Reisebüro-Präsident davon aus, dass im heurigen Sommer vor allem jene Reiseziele gut gebucht werden, die man mit dem Auto oder dem Zug erreichen kann: „Ich bin mir sicher, dass der Tourismus im Sommer in Italien und auch in Südtirol boomen wird“, so Pichler.

Wir stellen fest, dass wieder vermehrt junge Kunden zu uns ins Büro kommen, um zu buchen und nicht mehr online.
Martin Pichler, Präsident Fachgruppe Reisebüros im hds



Mit Corona habe sich auch die Arbeit der Reisebüros verändert: „Wir sind zu einer Art Psychologen geworden.“ Habe man früher nur das Produkt an sich verkauft, so rede man jetzt mit den Kunden auch über ihre Ängste bezüglich Reisen und einer eventuellen Ansteckungsgefahr, sagt Pichler.

Dass sich das Reiseverhalten durch die Pandemie mittel- und langfristig aber gänzlich ändern wird, glaubt der Reisefachmann nicht: „Ich denke nicht, dass es großartige Veränderungen geben wird.“

Die Flugreisen seien, so sagt er, im Verhältnis nämlich immer noch günstig, auch wenn in der Öffentlichkeit immer wieder etwas Anderes gesagt werde. Was es aber nicht mehr gebe, sind die sogenannten Ramschtickets, dass man also für 20 Euro nach Mallorca oder sonst irgendwohin fliegen könne. „Und das ist auch gut so“, sagt Pichler.

Es gebe aber auch einen erfreulichen Trend: „Wir stellen fest, dass wieder vermehrt junge Kunden zu uns ins Büro kommen, um zu buchen und nicht mehr online.“ Man schätze wieder den direkten Kontakt und die Beratung vor Ort.

sor

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