Samstag, 17. Februar 2018

Platter über Blockabfertigung: „Daran gibt es nichts zu rütteln”

Mit Unverständnis hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Samstag auf den Anita-Brief reagiert.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © LaPresse

Der Südtiroler Thomas Baumgartner, Präsident des Frächterverbands Anita, rief in einem Brief den italienischen Verkehrsminister Graziano Delrio zu Schritten in Brüssel gegen die „unannehmbaren einseitigen Initiativen” Tirols auf, die gegen das Prinzip des freien Warenverkehrs verstoßen würden (STOL hat berichtet).

Platter: „Nichts daran zu rütteln“

Indes reagierte Tirols Landeshauptmann Günther Platter mit Unverständnis. „Wir haben in den vergangenen Tagen bereits mehrfach betont, dass die Blockabfertigung hält - daran gibt es nichts zu rütteln”, so Platter.” „Da lassen wir uns auch von der italienischen Frächterlobby nicht unter Druck setzen”, erklärte Platter am Nachmittag.

Dass die Blockabfertigungen mit dem europäischen Gesetz vereinbar sind, sei bereits mehrfach bestätigt worden, „das sollten mittlerweile auch die italienischen Frächter erkannt haben. Im kürzlich stattgefundenen Treffen hat auch Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Verständnis für die Tiroler Situation gezeigt.”

Zusammenarbeit sei gut

Platter zeigte sich überrascht, dass hier gegen eine Maßnahme wettere, die „20 bis 30 Mal im Jahr durchgeführt wird”, während die Beeinträchtigung der permanent durchgeführten Personenkontrollen am Grenzübergang zu Bayern viel größer sei. Platter weiter: „Wir haben es mit der Blockabfertigung geschafft, dass auf verschiedensten Ebenen über die nicht mehr ertragbare Situation in Tirol gesprochen wird.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio war in den vergangenen Wochen und Monaten stets ein wichtiger Partner, um konkrete Schritte wie einer einheitlichen Korridormaut näher zu kommen - das schätze ich.”

Guter Verkehrsfluss

Italiens Verkehrsminister Delrio hatte sich am Mittwoch zutiefst besorgt gezeigt und gemeint, dass die Lkw-Blockabfertigungen den Vereinbarungen beim Brenner-Treffen widersprechen würde. Tirols Landeshauptmann entgegnete dem italienischen Verkehrsminister, dass die Blockabfertigung den Warenverkehr nach Italien weit weniger beeinflussen würde, als von der italienischen Frächterlobby kolportiert.

„Sie trägt nämlich zu einem geregelten Verkehrsfluss im Inntal und auf den Brennerautobahnen teil und dient somit der Leichtigkeit, Flüssigkeit und Aufrechterhaltung des Verkehrsstroms”, meinte Platter.

apa/stol

stol