Mit zusätzlichen Erdgaslieferungen aus Russland will Polen seine Energiesicherheit langfristig stärken. Der polnische Wirtschaftsminister Waldemar Pawlak und sein russischer Kollege Igor Setschin unterzeichneten am Freitag in Warschau ein Abkommen über russische Gaslieferungen bis 2022. Die Vereinbarung sieht russische Lieferungen über die Jamal-Landleitung von jährlich rund zehn Milliarden Kubikmeter vor, zwei Milliarden mehr als bisher.Polen hätte Gaskrise gedrohtPolnische Privatkunden und die Industrie würden damit künftig ausreichende Gasmengen bekommen, sagte Pawlak. Der russische Energiekonzern Gazprom könne die Nachfrage nach Erdgas in Polen und in ganz Europa decken, versicherte Setschin. Polnischen Betrieben hätte in diesem Winter bei Nichtzustandekommen der Einigung ein Engpass bei der Gasversorgung gedroht.EU hatte VorbehaltePawlak und Setschin versicherten, das Abkommen stimme mit EU-Recht überein. Der bereits im Sommer ausgehandelte Vertrag musste wegen EU-Vorbehalten nachverhandelt werden. Die Europäische Kommission verlangte, dass als Betreiber der Gas-Pipeline Jamal, mit dem Erdgas aus Russland nach Westeuropa über Polen als Transitland fließt, eine vom russischen Gasproduzenten unabhängige Firma eingesetzt wird. Damit soll der gleiche Zugang aller Wettbewerber gesichert werden.apa/dpa