Dienstag, 29. November 2016

PPP-Vorschlag: 645 neue Busse, 600 sichere Haltestellen

Am Montag haben sich Vertreter der Südtiroler Politik und Wirtschaft, des Verbandswesens und des öffentlichen und privaten Nahverkehrs zu einer Tagung in der Universität Bozen getroffen. Präsentiert wurden Möglichkeiten und Vorteile von sogenannten PPP-Modellen.

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Foto: © STOL

PPP, das steht für Public-Private Partnership, zu Deutsch Öffentlich-private Partnerschaften.

Die Tagung, zu der das Südtiroler Bildungszentrum sowie die SAD-AG geladen hatte, sollte für das Modell PPP sensibilisieren und durch sachliche Information dazu beitragen, dass diese in Südtirol vermehrt anzuwenden seien.

Wie Europarechtsexperte und SAD-Präsident Christoph Perathoner erklärte, würden PPP’s immer größere Bedeutung zukommen: Sie seien heute eine stark genutzte Alternative, da wachsende Haushaltsdefizite sowie eine eingeschränkte Handlungsfähigkeit der öffentlichen Institutionen neue Lösungen zur Finanzierung und Realisierung von Aufträgen und Projekten erforderlich machten.

Referentin Stefania Baroncelli von der Freien Universität Bozen sprach von öffentlich-privaten Partnerschaften in Südtirol und ging dabei auch auf den öffentlichen Nahverkehr ein. Die öffentlichen Dienstleistungsverträge auf der Straße seien möglich, sofern sie für alle offen und transparent dargelegt würden. 

Wie Perathoner daraufhin ankündigte, sei die SAD-AG bereit, sich im Sinne eines Projektes aller Südtiroler Verkehrsunternehmer für eine gemeinsame Südtirol-Lösung im Nahverkehr zu Gunsten der lokalen klein- und mittelständischen Betriebe zu schlagen. Denn in Zeiten wachsender Probleme öffentlicher Haushalte und abnehmender Handlungsfähigkeit öffentlicher Institutionen würden öffentlich-private Partnerschaften an strategischer Bedeutung zur Entwicklung einer Region gewinnen.

Die PPP-Südtirol-Lösung

SAD-CEO Ingomar Gatterer stellte schließlich das Projekt einer PPP-Südtirol-Lösung vor: Gegenstand des PPP’s wären 75 Buslinien mit insgesamt 24 Millionen Buskilometern jährlich für einen Zeitraum von 15 Jahren.

Besondere Eigenschaften dieses Angebotes an die Südtiroler Landesverwaltung beinhalten Investitionen von 173 Millionen Euro für den Ankauf von 645 neuen Bussen modernster Qualität, die Ausstattung von 600 „sicheren Haltestellen“ mit Videoüberwachung, ausreichender Beleuchtung und Sprechanlage sowie den Einbau moderner IT-Technik in den Bussen zur Optimierung der Fahrgastinformation und des Betriebsmanagements.

Besonders wichtig sei eine reelle Lohnerhöhung für die Mitarbeiter von 1 Prozent pro Jahr, das heißt 15 Prozent nach Ablauf der Konzessionsdauer von 15 Jahren sowie zusätzlich eine Gewinnbeteiligung am möglichen Umsatz.

Die Südtirol-Lösung der SAD würde jedenfalls ein für alle zufriedenstellendes Szenario auslösen, weil sowohl eine evtl. Inhouse-Vergabe der Dienste an die SASA sowie Direktvergaben an die Kleinunternehmen der LIBUS möglich wären.

stol

stol