Das größte Volksfest der Welt ist ein wahrer Publikumsmagnet. Dessen Besuch drückt jedoch ordentlich aufs Portemonnaie. Umso mehr lohnt sich ein genauer Blick auf die Kosten, sowohl für die Wiesn selbst als auch für die Anreise.<h3> Per Bahn</h3>München ist von Südtirol aus per Zug prinzipiell gut erreichbar. Es gibt mehrere direkte Verbindungen am Tag, mit denen man die bayerische Landeshauptstadt in knapp unter vier Stunden erreicht. Das Problem ist nur, dass der erste Direktzug erst um halb elf vormittags von Bozen abfährt – für einen klassischen Tagesausflug zur Wiesn eher unattraktiv.<BR /><BR />Wer früher los will, muss umsteigen. Die erste Verbindung ist etwa um sechs Uhr mit Umstieg in Brenner, Innsbruck und Kufstein. Etwas später, um kurz vor acht, startet der Railjet Richtung Wien. Wer diesen nimmt und in Kufstein umsteigt, erreicht München ebenfalls pünktlich zu Mittag. Preise für diese Verbindungen starten bei etwas über 70 Euro pro Person, Fahrzeit etwa viereinhalb Stunden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1214850_image" /></div> <BR /><BR />Deutlich schwieriger gestaltet sich die Rückreise. Wer am selben Tag mit dem Zug nach Südtirol zurückkehren möchte, muss bereits am späten Nachmittag die Heimreise antreten. Der letztmögliche Zug fährt um 17.41 Uhr von München ab, mit Umstieg in Kufstein; Ankunft in Bozen ist um 22.15 Uhr. Auch hier liegen die Preise bei rund 70 Euro.<BR /><BR />In Summe kommt man also auf Kosten von rund 150 Euro. Flexiblere Reisende, die am Nachmittag oder abends anreisen, finden auch günstigere Preise.<h3> Per Bus</h3>Deutlich attraktiver wirkt das Angebot des Fernbusanbieters Flixbus. Die grünen Busse verkehren beinahe rund um die Uhr, sowohl tags- als auch nachtsüber. Wer bei Wochentag und Uhrzeit flexibel ist, kann hier echte Schnäppchen machen. Die Preise beginnen bereits bei knapp unter 22 Euro pro Strecke, für Hin- und Rückfahrt sind also rund 44 Euro fällig. <BR /><BR />Auch mehrere Südtiroler Busunternehmen bieten während der Wiesn Sonderfahrten nach München an, so zum Beispiel Martin Reisen. Die Kosten für Hin- und Rückfahrt betragen 72 Euro pro Person.<h3> Und das Auto?</h3>Auch die Anreise mit dem Auto ist eine Möglichkeit. Für die Strecke von Bozen bis zum Brenner fallen 6,50 Euro Maut an, die Europabrücke kostet 12 Euro, dazu kommt die österreichische 10-Tages-Vignette für 12,40 Euro. Rechnet man noch die Spritkosten hinzu (10 l pro 100 km), kommt man auf etwa 80 Euro pro Fahrt – Spesen für Parkplatz nicht inbegriffen. Die Autofahrt rentiert sich folglich nur, wenn man sich die Kosten in einer Fahrgemeinschaft teilt. <h3> Bier, Hendl und Co.</h3>In München angekommen, muss man für das leibliche Wohl tief in die Tasche greifen. Eine Maß Bier kostet 2025 je nach Zelt zwischen 14,50 und 15,80 Euro, im Kufflers Weinzelt sogar knapp 17,80 Euro. Für ein halbes Hendl zahlt man je nach Festzelt 17,80 bis 24,50 Euro, die halbe Ente mit Knödel und Blaukraut liegt bei stolzen 40,90 Euro. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1214853_image" /></div> <BR />Selbst der Kaiserschmarrn kostet im Schnitt über 20 Euro pro Person. Wer sparen will, plant den Besuch am besten mittags: Viele Zelte haben vergünstigte Mittagsmenüs, dienstags gibt es Familienpreise bis 19 Uhr, und die kostenlosen Trinkwasserbrunnen auf der Theresienwiese helfen, den Durst gratis zu löschen.<h3> Die „Wiesn-Inflation“</h3>Spannend ist der Blick auf die „Wiesn-Inflation“: Laut Berechnungen der Sutor Bank ist der Höchstpreis für die Maß Bier zwischen 2015 und 2025 um rund 53 Prozent gestiegen – fast doppelt so stark wie die allgemeine Verbraucherpreisinflation, die im gleichen Zeitraum etwa 29 Prozent betrug. Besonders deutlich zog der Preis zwischen 2019 und 2022 an (plus 17 Prozent), auch von 2022 auf 2023 gab es mit plus acht Prozent einen kräftigen Sprung. Mittlerweile hat sich die Teuerung zwar etwas beruhigt, aber sie bleibt für Besucher spürbar.<h3> Wertschöpfung von 1,57 Milliarden Euro</h3>Für München und Bayern ist das Oktoberfest vor allem ein zentraler Wirtschaftsmotor: 6,7 Millionen Besucher werden 2025 erwartet, die zusammen eine Wertschöpfung von rund 1,57 Milliarden Euro generieren.<BR /><BR /> 634 Millionen Euro davon werden direkt auf der Theresienwiese umgesetzt, der größere Teil fließt in Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Transport. München erlebt in den Oktoberfestwochen regelrechte Hochkonjunktur.<BR /><BR /> Zum Vergleich: Die Wiesn spült in zwei Wochen rund ein Fünftel des gesamten Südtiroler Landeshaushalts (knapp acht Milliarden Euro) in die Münchner Wirtschaft – ein Konjunkturpaket im Maßkrugformat. Und die vielen Südtiroler, die Jahr für Jahr traditionell vor Ort sind, tragen ihren Teil dazu bei.