Donnerstag, 17. September 2020

Private Bahngesellschaft Italo warnt vor Schließung

Italiens private Bahngesellschaft Italo warnt vor der Schließung und der Kündigung von 1500 Mitarbeitern, sollte die italienische Regierung nicht die Zahl der Passagiere an Bord der Hochgeschwindigkeitszüge aufstocken. Wegen der Corona-Sicherheitsabstände verkehren die Züge mit lediglich zur Hälfte besetzten Sitzplätzen, was für die Bahngesellschaften erhebliche Verluste bedeutet.

Die private Bahngesellschaft Italo ist finanziell unter Druck geraten.
Die private Bahngesellschaft Italo ist finanziell unter Druck geraten. - Foto: © shutterstock
Italo fordert von der italienischen Regierung, dass bis zu 80 Prozent der Sitzplätze besetzt werden. Die Gefahr sei ansonsten, dass der Bahnbetreiber ab dem 1. Oktober 27 der 87 täglichen Verbindungen auf dem Hochgeschwindigkeitsnetz streichen müsse.

Italo-Verbindungen könnten die stark befahrenen Strecken Mailand-Rom, Mailand-Venedig und Mailand-Rom-Neapel betreffen. Die Regierung prüft die Forderung Italos, Verkehrsministerin Paola De Michelis vermittelt.

Hohe Verluste durch Pandemie


Italo hat wegen der Coronavirus-Pandemie im 1. Halbjahr 2020 Verluste von 200 Millionen Euro eingefahren, die sich bis Jahresende auf 400 Millionen Euro verdoppeln könnten, berichtete der Geschäftsführer von Italo, Gianbattista La Rocca, im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstagsausgabe).

La Rocca beklagte, dass die Zahl der Passagiere an Bord von Hochgeschwindigkeitszügen halbiert worden sei, während an Bord von Flugzeugen keine Distanzierungsregeln gelten würden. „Mit diesen Verlusten kann das Bahnunternehmen nicht weitermachen“, sagte der Manager. Er warnte vor den Auswirkungen einer Schließung Italos auf die Beschäftigung. Wegen der Corona-Sicherheitsabstände sind die Züge mit deutlich weniger Passagieren unterwegs.

Italo konkurriert mit den Italienischen Staatsbahnen (FS – Ferrovie dello Stato) auf den rentablen Hochgeschwindigkeitsstrecken des Landes. Die Zahl der Passagiere an Bord sank gegenüber dem vergangenen Jahr von 60.000 auf 18.000 Personen pro Tag. Die Flotte besteht aus 40 Zügen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 360 Stundenkilometern erreichen.

apa/stol

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