Auch wenn Griechenland ursprünglich auf eine Quote von 90 Prozent gehofft hatte, dürfte diese Beteiligung ausreichen, um das Hilfspaket zu schnüren, betonten Insider in Athen.„Dadurch erhöht sich der Anteil des Steuerzahlers – aber nur leicht.“ Eine Beteiligung der privaten Gläubiger war vor allem eine Forderung Deutschlands, das zu den Hilfen den größten Beitrag leistet.109 Milliarden-Paket geschnürtAm Freitag lief die Frist ab, bis zu der Banken und Versicherer aus 57 Ländern ihre Bereitschaft gegenüber den nationalen Regulierern kundtun mussten.Mit dem neuen 109 Mrd. Euro schweren Paket der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds soll eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands verhindert werden.Der Internationale Bankenverband IIF hat mit Griechenland und der EU einen Vorschlag ausgearbeitet, der dem Euro-Staat im Kern mehr Zeit für die Rückzahlung seiner Schuldenlast gibt.So sollen Anleihen im Volumen von 135 Mrd. Euro, die bis 2020 fällig werden, in länger laufende Papiere umgetauscht werden.Die neuen Bonds sind mit speziellen Garantien ausgestattet, die das Engagement für Banken und Versicherer weniger riskant machen. Dieses Entgegenkommen war nötig, damit sich ausreichend Investoren beteiligen.Insgesamt geht der Tausch für die Banken mit 21-prozentigen Abschreibungen auf ihre griechischen Anleihen einher. Diese Lasten haben die Banken im zweiten Quartal verbucht. Die Commerzbank gehört zu den größten Gläubigern außerhalb Griechenlands.Die großen deutschen Geldhäuser hätten die Angaben zu ihrer Beteiligung bis Freitag den deutschen Regulierungsbehörden zugeschickt, hieß es unter Branchenvertretern.70 Prozent weltweite InvestorenBis alle Daten in Athen sind, dürften es nach Angaben der dortigen Schuldenagentur einige Tage dauern. Im nächsten Monat soll der Tausch dann abgeschlossen sein.In Athen hält man es für wahrscheinlich, dass die Quote von 70 Prozent noch nach oben gehen dürfte. „Wenn es 75 Prozent werden, ist das ein großer Erfolg, der die politische Seite überzeugen dürfte“, sagte ein deutscher Investor.Neben Griechenland hatte auch der IIF ursprünglich auf eine Beteiligung von 90 Prozent gesetzt.Doch insbesondere außerhalb Europas war die Begeisterung nicht allzu groß – trotz Werbetouren Griechenlands bei Gläubigern in Asien und Amerika. Europäische Investoren halten aber den Löwenanteil der Schulden und hier könnten es rund 90 Prozent werden.Griechenland hatte zwischenzeitlich erklärt, dass es bei weniger als 90 Prozent keinen Anleihetausch geben werde. Banker hielten das aber nur für eine Drohkulisse, um möglichst viele Investoren ins Boot zu holen.„Auch mit 70 oder 75 Prozent wird die Sache durchgezogen, da Griechenland gar keine andere Wahl hat“, sagte ein Banker in Athen. Das Land steht mit dem Rücken zur Wand und braucht die neuen Hilfen dringend.Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) fordern mit Nachdruck entschlossenere Sparanstrengungen der Regierung. Vorher wollen sie die nun anstehende nächste Tranche aus dem ersten, 110 Mrd. Euro schweren Hilfspaket nicht freigeben.Die anhaltend trüben Aussichten für Griechenland verunsichern auch die Anleger an den Finanzmärkten. „Wir machen uns mehr Sorgen darüber, dass Griechenland die nächste Tranche nicht bekommt, als dass der Anleihetausch platzt“, sagte ein Händler.„Griechenland geht das Geld aus.“ Die Kosten zur Absicherung griechischer Schulden (CDS) stiegen am Freitag deutlich an – mittlerweile muss man 3 Mio. Euro hinblättern, um 10 Mio. Euro an Griechen-Bonds zu versichern.Für deutsche Anleihen liegen die entsprechenden Absicherungskosten bei weniger als 100.000 Euro. Auch Bank-Aktien gaben erneut auf breiter Front nach.apa/reuters