Von denen aber gebe wegen einer höheren GIS „kein einziger “ seine Lizenz zurück.<BR /><BR /><b><BR />Herr Gasser, wer Wohnraum langfristig vermietet, zahlt derzeit mehr GIS als jene, die Wohnungen auf Plattformen wie Airbnb Touristen geben. Das soll sich jetzt ändern. Ist das nicht gerecht?</b><BR />Gasser: Dass man die GIS als Steuerungsinstrument verwendet, geht in Ordnung, aber die Tätigkeit muss machbar bleiben. Unsere Verbandsmitglieder sind auf maximal 5 Wohnungen beschränkt, im Schnitt sind es 3. Sie arbeiten im Nebenerwerb, viele nur in der Hauptferienzeit und oft in 2. und 3. Generation. Das Problem ist die Vermischung. Wir sind nicht die Verursacher der Wohnungsnot. Das sind die industriellen Wohnungseinkäufer und Wohnungsumwandler in einigen Gemeinden, doch werden wir alle über einen Kamm geschert.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64756806_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Beide haben die gleiche Lizenz als Privatvermieter...</b><BR />Gasser: Stimmt, weshalb wir mit unserem Landesrat auch an einem Differenzierungspaket arbeiten, das die breite Masse der klassischen Privatzimmervermieter schützt. Jene, die ihre Tätigkeit nicht im großen Stil ausüben, weil sie nebenbei einem anderen Beruf nachgehen, müssen fortbestehen können.<BR /><BR /><b>Sorgen Sie sich, dass wegen der höheren GIS Lizenzen zurückgegeben werden?</b><BR />Gasser: Kein einziger, der die Sache im großen Stil betreibt, wird eine Lizenz zurückgeben. Wer die Tätigkeit aber nur nebenbei mit ein, 2 Wohnungen ausübt und das vielleicht nur in der Hauptferienzeit, wirft das Handtuch. Denn hinzu kommt noch etwas anderes...<BR /><BR /><b>Dass die Gemeinden laut Vorschlag ihres Verbandes die GIS senken, dafür aber erneut eine Auslastung von bis zu 50 Prozent verlangen können?</b><BR />Gasser: Genau. Ist es im Sinne des Erfinders, dass man jene, die mit ihrem Angebot zum Überleben von Dorfgasthaus und Dorfladen beitragen, mit Auslastungsformeln, die viele nicht erreichen, begrenzt und damit den Nebenerwerb de facto ausschließt? <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64756802_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Ok, dann drehen wir den Spieß um. Was würden Sie als gerechte Lösung empfinden?</b><BR />Gasser: Wir brauchen klare Regeln. Es ist zu schauen, wie wir die Wohnungsnot eindämmen können. Die GIS muss für jene, die im Nebenerwerb unterwegs sind, tragbar sein und es braucht gleiche Regeln für alle. Wir sind für eine GIS von 0,2 bis 0,3 Prozent bei einer Auslastung von bis zu 20 Prozent. Mit der neuen Regelung würden wir aber mehr zahlen als jedes Hotel – und das kann es nicht sein. Allerhöchstens kann man uns mit Hotels gleichstellen, dann aber bitteschön auch beim Bettenstopp. Es kann sein, dass Hoteliers Vorschussbetten erhalten und wir nicht, weshalb wir das jetzt rechtlich prüfen.<BR /><BR /><b> Privatvermieter entziehen dem Markt Wohnraum...</b><BR />Gasser: Da sind wir wieder dabei, alles über einen Kamm zu scheren. Man muss differenzieren. Ich glaube nicht, dass der Bettenstopp ewig hält. Der Wildwuchs ist einzudämmen, aber ein Betrieb, der sich weiterentwickeln will, muss dies können.<BR />