„80 Stunden berufsspezifischer, qualitativer Ausbildung über mehrere Monate verteilt und zur Hälfte online – „das ist nicht nur zumutbar, das ist auch für jeden gewinnbringend“, findet Vorsitzender Hannes Gasser. <BR /><BR />Worüber sich die unterzeichnenden Tourismusorganisationen – sie reichen von „Südtirols Süden“ über „Vinschgau Marketing“ bis zu den Tourismusvereinen Innichen, Ahrntal und Wolkenstein – so vehement aufregen, sind 80 Stunden Ausbildung. Verpflichtend sind diese für Neueinsteiger – rückwirkend bis zum 17. August 2017. <BR /><BR />Und da liegt schon der erste Kritikpunkt der Organisationen, denn auch z. B. Bettenanpassungen oder innerfamiliäre Übergaben verpflichten zur Ausbildung. Das, so die Organisationen, dürfe jedoch „keinen Tätigkeitsbeginn fingieren“. Auch schaffe eine rückwirkende Pflicht Rechtsunsicherheit. „Die Regelung behandelt langjährig gesetzeskonform Tätige wie Neueinsteigende und zwingt sie, bewiesene Kompetenz erneut nachzuweisen“, schimpfen die Organisationen. <BR /><BR />Auch wehren sie sich gegen einen „zentralen Pflichtkurs ohne ausreichende Kenntnis der örtlichen Besonderheiten“. „Hohe Kosten, lange Kurszeiten, Anfahrtswege und unklare Anerkennungskriterien“ könnten Betriebe zur Aufgabe zwingen.<BR /><BR />„Eine seit Jahrzehnten tragende Kategorie darf nicht durch unverhältnismäßige Auflagen aus dem Markt gedrängt werden“, heißt es im Schreiben.<BR /><BR />Neben „mehreren erreichbaren, mehrsprachigen und wirtschaftlich zumutbaren Angeboten“ fordert man u.a. die Aufhebung der pauschalen Rückwirkung auf bestehende Betriebe und die Anerkennung langjähriger Erfahrung. Ein tragfähiges Modell „für echte Neueinsteiger“ könnte ein modularer, wohnortnaher und mehrsprachiger Grundkurs von höchstens 20 bis 30 Stunden sein.<BR /><BR />Hannes Gasser, Vorsitzender des Verbandes der Privatzimmervermieter, versteht die Welt nicht mehr: 80 Stunden berufsspezifischer, qualitativer Ausbildung über mehrere Monate verteilt und zur Hälfte online – „das ist nicht nur zumutbar, das ist auch für jeden gewinnbringend.“ <BR /><BR />Und im Übrigen auch fair: „Wer einen UaB-Betrieb eröffnen will, muss 160 Stunden absolvieren.“ Die Ausbildung, so Gasser, umfasse alle Aspekte, um eine Zimmervermietung erfolgreich führen und im Wettbewerb bestehen zu können. Gleichzeitig, so Gasser, solle die Regelung ein unkontrolliertes Ausufern der Zimmervermietung verhindern. „Zustände wie auf Mallorca und Florenz wollen wir nicht“, stellt er klar. <BR /><BR />Einen Punkt hätten die Briefschreiber allerdings schon: „An den Kosten für die Ausbildung muss man noch schrauben.“