PRO Fast einhellige Zustimmung zu den Forderungen von Handelskammerpräsident Michl Ebner kommt von Spitzenvertretern mehrerer Südtiroler Wirtschaftsverbände und vom SVP-Wirtschaftsausschuss. Für Unternehmerverbands-Chef Christof Oberrauch ist in Zeiten der Wirtschaftskrise „ein Umdenken absolut notwendig.“ Was in Südtirol selber gemacht werden könne, um die eigenen Ressourcen besser zu nutzen, müsse getan werden. HGV-Chef Walter Meister unterstreicht die Wichtigkeit der Infrastruktur Autobahn für das Tourismusland Südtirol, das für die Gäste erreichbar sein müsse, bequem und ohne Stau mit dem Auto oder mit dem Flugzeug. Das sei vor allem für Touristen mit einer weiteren Anreise wichtig. LVH-Obmann Walter Pichler sieht in der „Erreichbarkeit für Handel, Handwerk, Tourismus einen entscheidenden Faktor.“ Allerdings könne man eine dritte Autobahnspur im Eisacktal niemandem zumuten. Zustimmung gibt es von Pichler in Sachen Bürokratieabbau: „Unsere Klein- und Mittelbetriebe ersticken im Zettelwald.“ Volle Unterstützung kommt hingegen von Gerhard Brandstätter, Vorsitzender des SVP-Wirtschaftsausschusses. „Der Standort Südtirol ist nicht nur Wirtschaft. Aber wenn die funktioniert, funktioniert auch der Sozialstaat und folglich die Gesellschaft“, sagt er. Im übrigen habe Südtirol als Tourismusregion „eine umweltbewusste Wirtschaft“. Der BBT und ein funktionierender Regionalflughafen würden dies unterstützen. CONTRA Harsche Kritik an einer dritten Autobahnspur kommt vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz. „Die Grenzen der Belastbarkeit in Sachen Individualverkehr sind im Transitland Südtirol bereits überschritten und es gilt dem mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken. Umso unverständlicher ist es, dass Handelskammer-Präsident Michl Ebner eine dritte Autobahnspur für die A22 fordert“, so Verbands-Chef Klauspeter Dissinger. „Keine dritte Autobahnspur“ fordert auch Andreas Pöder von der Union für Südtirol. „Sowohl der Regionalrat, als auch der Landtag haben in eindeutigen Beschlüssen den Bau einer dritten Autobahnspur abgelehnt“, erinnert er. Die beiden Landesvorsitzenden der Grünen, Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, sagen ebenfalls Nein zur dritten Autobahnspur. „Leider ist die Forderung Ebners kein Faschingswitz“, bedauern sie und regen an, die Investitionspläne in den Bereichen öffentlicher Verkehr umzupolen. So müsse der Bozner Bahnhof dringend erneuert und das Eisenbahnnetz insgesamt modernisiert werden. „Die derzeitige Krise sollte endlich ein Denkanstoß sein, den Sinn des Wirtschaftens genauer unter die Lupe zu nehmen“, fordern Foppa und Kusstatscher. SVP-Senator Oskar Peterlini unterstreicht in seiner Stellungnahme, dass sich der Südtiroler Landtag und der Parteiausschuss der SVP in der Vergangenheit klar und deutlich gegen eine Erweiterung der Autobahn ausgesprochen hätten. „Anstatt an eine Erweiterung der Autobahn zu denken, muss die Politik das gegenteilige Ziel verfolgen: Durch eine drastische Erhöhung der Autobahnmaut muss der Umweg-Verkehr vermieden und unnötige Transporte durch den Einbezug der Umweltkosten unterlassen werden“, betont Peterlini. Ihm schließt sich Parteikollegin Rosa Zelger Thaler an. „Die dritte Autobahnspur ist für das Unterland nicht diskutabel, da man damit keine Probleme löst. Das haben der SVP-Bezirk Unterland, aber auch Parteigremien auf Landesebene, der Südtiroler Landtag und der Regionalrat bereits unzählige Male bekräftigt“, so die Unterlandler Landtagsabgeordnete. „Ich habe die Parteileitung der Südtiroler Volkspartei bereits ersucht, das Thema am kommenden Montag auf dringlichem Weg zu diskutieren“, so Zelger Thaler. stol/DSind Sie für oder gegen eine dritte Autobahnspur? Stimmen Sie im STOL-TED darüber ab!