Dienstag, 24. November 2020

Protest gegen Roms Pläne zu Skiurlaub-Verbot

Die Regionen in Norditalien protestieren gegen Pläne der Regierung in Rom, die die Schließung der Skipisten über die Weihnachtszeit als Maßnahme gegen die Coronapandemie ins Spiel gebracht hatte.

Am Skitourismus hängen sehr viele Arbeitsplätze – gerade auch in Südtirol.
Am Skitourismus hängen sehr viele Arbeitsplätze – gerade auch in Südtirol. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / MIGUEL MEDINA
„Unsere Experten haben ein Dokument mit Vorschriften entworfen, die den normalen Beginn der Skisaison in voller Sicherheit ermöglichen“, sagte der Präsident Venetiens, Luca Zaia, im Interview mit dem „Corriere della Sera“.



Das Dokument müsse jetzt dem wissenschaftlichen Komitee vorgelegt werden, das die Regierung in Sachen Coronavirus berät. Sollte sich die Regierung trotzdem für ein Skiurlaub-Verbot über die Weihnachtsfeiertage entschließen, sollte dies für ganz Europa gelten. „Man kann nicht das Skifahren in Südtirol verbieten und es in Kärnten erlauben, das wäre unannehmbar“, so Zaia.



Der Bürgermeister von Anpezo/Cortina d'Ampezzo, Gianpietro Ghedina, warnte vor den dramatischen Auswirkungen eines Skiurlaub-Verbots auf die lokale Wirtschaft. „Die Skiwelt ist mit Hotels, Gastronomie und Geschäften verbunden. Die Berge leben vom Skisport. Die Weihnachtsfeiertage machen 30 Prozent der Skisaison aus. Sollten wir über die Weihnachtsfeiertage schließen müssen, wäre dies verheerend“, sagte Ghedina im Interview mit dem Radiosender RTL 102.5.

Der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner meint unterdessen, Europa dürfe während der Weihnachtszeit nicht die Fehler des Sommers machen, weil dies zu einer weiteren Epidemiewelle führen würde. „Nach der ersten Epidemiewelle haben Europa und die Regionen dem Druck der Wirtschaft nachgegeben. Das Resultat war eine Explosion der Neuansteckungen“, so Messner im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.

„Das schönste Geschenk, das die Institutionen ihren Bürgern zu Weihnachten machen können, ist zu beweisen, dass sie Prioritäten setzen. Zuerst Gesundheit und Schule und dann kommt der Rest“, meinte Messner.

In Südtirol waren die Pläne aus Rom mit großer Sorge aufgenommen worden.

apa