Samstag, 02. Juni 2018

Proteste gegen Dieselpreise legen Brasilien lahm

Nach einem tagelangen Streik der Lastwagenfahrer in Brasilien tritt der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras zurück. Pedro Parente habe am Freitag seinen Rücktritt eingereicht, teilte das Unternehmen mit. Sein Übergangsnachfolger an der Konzernspitze wird Ivan Monteiro.

Der Ölkonzern Petrobras durfte seit 2016 die Dieselpreise selbst festlegen.
Der Ölkonzern Petrobras durfte seit 2016 die Dieselpreise selbst festlegen. - Foto: © shutterstock

Nach der Ankündigung stürzte der Aktienkurs von Petrobras an der Börse von Sao Paulo um fast 15 Prozent ab. Der Streik der Lkw-Fahrer richtete sich hauptsächlich gegen die hohen Dieselpreise in Brasilien. Am Sonntag sagte Staatspräsident Michel Temer dann eine Senkung des Preises zu.

Der Dieselpreis soll nun für 60 Tage eingefroren werden und danach nur noch monatlich neu festgelegt werden und nicht mehr täglich, wie zuvor. Dem Ölkonzern Petrobras war 2016 erlaubt worden, die Dieselpreise selbst festzulegen.

Kein Nachschub für die Supermarkt-Regale

Die Straßenblockaden hatten in Brasilien neun Tage lang zu massiven Schwierigkeiten geführt, weil die Güterverteilung stockte. Supermärkte und Tankstellen hatten keinen Nachschub mehr, die komplette brasilianische Autoindustrie musste zwischenzeitlich ihre Produktion stoppen.

Petrobras ist bereits wegen einer umfangreichen Korruptionsaffäre angeschlagen. In den Skandal sind zahlreiche Geschäftsleute und Politiker verschiedener Parteien verwickelt. Petrobras soll zu überteuerten Bedingungen Aufträge an Baukonzerne und andere Firmen vergeben haben. Diese wiederum zahlten Bestechungsgelder an Politiker und Parteien.

apa/afp

stol