Am Aktienmarkt lösten die Ausschreitungen die größten Verluste seit Oktober 2008 aus: An der Börse in Istanbul brach der National 30 Index am Nachmittag zeitweise um mehr als 8 Prozent ein. Vor allem Finanzwerte waren betroffen.Die Welle der Empörung in der Türkei hatte sich an der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers entzündet, richtet sich nun aber vor allem gegen den Kurs von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.„Die internationalen Investoren sind zunächst etwas überrascht worden von der Entwicklung, nach der Mittagspause ist aber auch schon wieder etwas Kaufinteresse in den Markt gekommen“, sagte Christoph Kleinsasser, Leiter des Sales-Trading für Emerging Europe bei Kepler Cheuvreux.Auch am türkischen Rentenmarkt machte sich die Unsicherheit bemerkbar. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen legte auf 6,38 Prozent zu.Richtungsweisende Zehnjahrespapiere rentierten mit bis zu 7,12 Prozent, verglichen mit Freitag sind das etwa 0,4 Prozentpunkte mehr.Die Rendite von Staatsanleihen gibt nicht zuletzt Auskunft über die Risikoneigung von Investoren. Je höher der Wert liegt, desto größer schätzen Anleger gemeinhin die Risiken ein, die mit einer Anlage in dem jeweiligen Land verbunden sind.Am Devisenmarkt hielten sich die Ausschläge indes in Grenzen. Von Freitag auf Montag gab die türkische Lira zum amerikanischen Dollar um etwa ein Prozent nach. Ohnehin tendiert die Lira seit Wochen schwach.apa/dpa