Donnerstag, 30. März 2017

Prozess gegen Ratingagenturen endet mit Freispruch

Ein Gericht in Trani (Apulien) hat am Donnerstag am Ende eines Prozesses gegen die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) fünf angeklagte Manager freigesprochen.

Foto: © shutterstock

Sie standen wegen Marktmanipulation vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte für sie jeweils zwei bis drei Jahre Haft beantragt. Zusätzlich war eine Strafe von 4,6 Millionen Euro für S&P gefordert worden.

Beim Prozess wurde auch ein Analyst der Ratingagentur Fitch freigesprochen, der ebenfalls der Marktmanipulation angeklagt war. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von neun Monaten und eine Geldstrafe von 16.000 Euro gefordert.

Die Ermittler warfen S&P vor, während der Staatsschuldenkrise in den Jahren 2011-2012 mit Studien zu Italien und dem Bankensystem des Landes für starke Verluste an der Mailänder Börse verantwortlich zu sein.

S&P wies die Anschuldigungen zurück. Es gebe keinerlei Beweise. Anhörungen hätten immer wieder ergeben, dass die Analysen des Hauses im Einklang mit denen der Bank von Italien und internationalen Organisationen gestanden seien. So sieht die Lage auch das Gericht, das die fünf Manager freisprach. Ein ähnlicher Fall gegen den S&P-Rivalen Moody's wurde 2012 eingestellt.

„Es war ein harter Kampf in einem einzigartigen Prozess. Wir respektieren das Urteil und prüfen, ob wir dagegen Einspruch einreichen werden“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Michele Ruggiero.

apa

stol