Montag, 12. September 2016

Prozess gegen Währungsfonds-Chefin Lagarde noch dieses Jahr

Der Fahrlässigkeits-Prozess gegen IWF-Chefin Christine Lagarde in ihrem Heimatland Frankreich soll am 12. Dezember beginnen. Dabei geht es um eine umstrittene Millionenzahlung in ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin. Dass Lagarde vor Gericht muss, ist schon länger bekannt. Nun teilte der Pariser Gerichtshof der Republik den Starttermin mit, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag gemeldet hat. Der Prozess könnte demnach am 20. Dezember enden.

Christine Lagarde soll ab 12. Dezember in Frankreich vor Gericht stehen.
Christine Lagarde soll ab 12. Dezember in Frankreich vor Gericht stehen. - Foto: © LaPresse

Es geht um den Verdacht, die heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) habe fahrlässig eine Entschädigungszahlung von gut 400 Millionen Euro an Bernard Tapie ermöglicht. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt. Lagarde war von 2007 bis 2011 Wirtschafts- und Finanzministerin unter dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Lagarde streitet Vorwürfe ab

Lagarde hatte damals grünes Licht für das Schiedsverfahren gegeben, das dem politisch gut vernetzten Unternehmer Tapie 2008 das Geld zusprach. Sie hatte die Vorwürfe und das Ermittlungsverfahren stets als völlig unbegründet bezeichnet.

Lagarde steht seit 2011 an der Spitze des Weltwährungsfonds und gehört damit zu den Topvertretern der internationalen Finanzszene.

dpa

stol