Aufgrund des warmen Frühlings beginnt die Weinlese heuer rund zehn Tage früher als im vergangenen Jahr. Wie Professor Rocco di Stefano von der Universität Turin beim Tag des Weines betonte, konnte die Qualität der Weine in den vergangenen Jahren in allen Regionen Italiens stark verbessert werden. Besonders positiv sei die Aufwertung der autochthonen Sorten, also der heimischen Weinsorten. Diese bedürften besonderer Pflege, um eine höhere Qualität zu erreichen. Sie seien nämlich abhängig von Lage und Bodenbeschaffenheit, so di Stefano. Autochthone Sorten aber könnten „Qualität bieten, die man sonst nirgendwo findet“.Alkoholgrade nehmen zuNeben der Qualität nehmen auch die Alkoholgrade von Weinen seit einiger Zeit zu. Dies hängt sowohl mit weinbaulichen als auch klimatischen Faktoren zusammen.Allerdings könne dies – in Extremfällen – die Weinqualität negativ beeinflussen, hieß es am Versuchszentrum.Aus diesem Grund werden an der Laimburg Verfahren zur Entalkoholisierung der Weine getestet. Seit 2009 dürfen Weine physikalisch entalkoholisiert werden, etwa indem der fertige Wein durch ein Behältnis geleitet wird und der Alkohol durch eine Membran diffundiert. Dieses Verfahren sei zwar eine technisch einfache Möglichkeit zur Verminderung des Alkoholgehalts von Weinen, funktioniere aber noch nicht zur vollen Zufriedenheit, erklärt Ulrich Pedri, im Versuchszentrum Laimburg zuständiger Sachbearbeiter für Sorten- und Anbaufragen. Problematisch sei grundsätzlich, dass mit dem Alkohol auch der Fülleträger verloren gehe, was sich auf die Qualität des Weins auswirke. Pedris Versuche mit Weißweinen haben ergeben, dass die Entalkoholisierung bis zu einem Prozent möglich ist - wird dieser Wert überschritten, hat dies Einfluss auf die Qualität des Weines.Blauburgunder: Rebklone aus Frankreich am resistentestenDer Frage nach der Blauburgunderrebe, welche die Qualität und Resistenz gegen Krankheiten am besten vereint, gehen Wissenschaftlicher des Versuchszentrums Laimburg seit 2004 nach. Nun liegen erste Ergebnisse vor. „Der Blauburgunder ist wegen der kompakten Traubenstruktur anfällig für Fäule, etwa durch Pilzkrankheiten wie Botrytis“, erklärte Josef Terleth vom Versuchszentrum Laimburg. 2004 wurde daher eine Testreihe mit 15 Rebklonen aus Frankreich, Deutschland, Italien und Südtirol begonnen, um die Klone mit hoher Weinqualität bei geringer Anfälligkeit für Fäule zu ermitteln. Am besten schnitten die französischen Klone ab, wobei sich ein deutscher Klon des Weinbauinstituts Geisenheim als ebenbürtig erwies. „Ein weiterer Versuch ist geplant“, kündigte Terleth an. Damit soll geklärt werden, wie sich diese Klone unter Südtiroler Anbaubedingungen verhalten.Mittlerweile wird der Blauburgunder auf sieben Prozent der Südtiroler Gesamtrebfläche angebaut. Hier kann er sein ganzes Qualitätspotenzial entfalten.