Freitag, 10. Juni 2016

Raiffeisenverband zieht Bilanz

Der Raiffeisenverband Südtirol hat am Freitag in Bozen seine Jahresvollversammlung abgehalten. Das Geschäftsjahr 2015, so der Verbandsobmann Herbert Von Leon, sei ein forderndes Jahr gewesen.

Robert Zampieri, Erich Ohrwalder, Paul Gasser, Herbert Von Leon, Robert Nicolussi, Michael Grüner (von links) bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015. - Foto: Raiffeisenverband Südtirol
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Robert Zampieri, Erich Ohrwalder, Paul Gasser, Herbert Von Leon, Robert Nicolussi, Michael Grüner (von links) bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015. - Foto: Raiffeisenverband Südtirol

Auf 2015 könne der Raiffeisenverband nicht mit ungebremster Freude zurückblicken, konstatierte Obmann Herbert von Leon auf der Jahresvollversammlung des Verbandes. 

Die Problemstellen

Der Raiffeisenverband sei vor allem mit drei zentralen Herausforderungen konfrontiert gewesen: der Sicherung der eigenen Bankengruppe im Rahmen der Reform der italienischen Genossenschaftsbanken, der (unfreiwilligen) Beteiligungen an den Sanierungsmaßnahmen für italienische Krisenbanken und dem Verfahren der italienischen Wettbewerbsbehörde mit der Verhängung von Strafzahlungen, beginnt der Verband seine Aussendung zur Jahresbilanz 2015. 

"Vor allem die Bankenreform und das Kartellverfahren forderten der Verbandsführung Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit ab“, meinte Generaldirektor Paul Gasser bei der Jahreshauptversammlung. Er wies zudem auf den strukturellen Veränderungsprozess für die Genossenschaften und Raiffeisenkassen hin.

Neue Raiffeisen-Bankengruppe

Im Zusammenhang mit der Reform der Genossenschaftsbanken sei es gelungen, so Obmann Von Leon, die Bildung einer eigenen Raiffeisenkassen-Bankengruppe gesetzlich zu verankern, diese  müsse nun erfolgreich auf die Beine gestellt werden.

Anhängiges Verfahren – 26,3 Millionen Euro Verwaltungsstrafe

Was das anhängige Verfahren  der italienischen Wettbewerbsbehörde anbelangt, fand Von Leon deutliche Worte - es sei ungerechtfertigt, der Verband rekurriert.

Die Wettbewerbsbehörde wirft Verband, Raiffeisen Landesbank und 13 Raiffeisenkassen einen nicht wettbewerbskonformen Informationsaustausch vor und hat dafür Verwaltungsstrafen in Höhe von 26,3 Mio. Euro verhängt.

Trotzdem zufriedenstellendes Ergebnis

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen fiele das Geschäftsjahr 2015 trotzdem zufriedenstellend aus, betonte Obmann Von Leon.

Dennoch: Die Beteiligung an der Sanierung italienischer Krisenbanken sowie der EU-Einlagensicherungsfonds hätte die Raiffeisenkasse fast 27 Mio. Euro gekostet, dazu käme die Verwaltungsstrafe. Trotzdem hätten die 47 Raiffeisenkassen samt Raiffeisen Landesbank einen Gewinn von 58,5 Mio. Euro erzielt, fasste Von Leon zusammen.

Bedeutung des Genossenschaftswesens

Generaldirektor Gasser hob im Rahmen der Vollversammlung die Bedeutung der Unternehmensform Genossenschaft in Zeiten radikalen Wandels hervor.

Dabei verwies er besonders auf das Potential der Sozialgenossenschaften, wenn es darum ginge, künftig Leistungen des Wohlfahrtstaates aufrecht zu erhalten, etwa im Gesundheits- und Pflegedienst oder der Erbringung von kommunalen Leistungen.

„Der Raiffeisenverband wird in diesem Sektor besonders gefordert sein, Initiativen zum Erhalt eines angemessenen Wohlstandes und des sozialen Ausgleiches zu fördern und zu unterstützen“, meinte Gasser abschließend.

stol

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