Donnerstag, 24. November 2016

Raika Ritten geht fremd

Die Raiffeisenkasse Ritten will nicht einer Südtiroler Landesgruppe angehören. Dieser Beschluss sorgt für Aufregung in der Südtiroler Bankenwelt.

Nichts mit großer Landesbank: Die Raika Ritten will ihren eigenen Weg gehen.
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Nichts mit großer Landesbank: Die Raika Ritten will ihren eigenen Weg gehen.

So plötzlich diese Entscheidung auch kommen mag, überraschend ist sie nicht. Bereits im Vorfeld hatte sich eine der umsatzstärksten Raikas Südtirol stets skeptisch über eine solche Landesgruppe geäußert.

Der Plan der Rittner: Sich der Trentiner Bankengruppe Cassa Centrale Banca anzuschließen, um – so sagt es der Direktor der Raika Ritten, Oswald Mair – mehr Eigenständigkeit bewahren zu können.

„Den Mitgliedern wurden in objektiver Weise die Daten und Fakten der drei voraussichtlichen Bankengruppen vorgelegt. Die Präsentation ergab deutliche Vorteile für die nationale Gruppe der CCB in Trient“, so Mair.

Den Beschluss, sich nicht der Südtiroler Raika-Gruppe anzuschließen, fasste am Mittwochabend die Vollversammlung der Bank. Die Abstimmung: Von insgesamt 319 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten 312 für die Cassa Centrale Banca mit Sitz in Trient und 2 für die Raiffeisenbank-Gruppe Südtirol. 5 Stimmen waren entweder Enthaltungen oder ungültig.

Man nehme den Beschluss der Rittner zur Kenntnis, sagt der Generaldirektor des Südtiroler Raiffeisenverbandes, Paul Gasser. „Für die Tragfähigkeit der neuen Raffeisengruppe spiele der Beschluss der Rittner hingegen keine Rolle.“ Die Tür zur Südtiroler Landesgruppe sei aber nicht geschlossen. „Wir sind auch weiterhin für Gespräche offen“, so Gasser.

Mittlerweile haben fast alle Raiffeisenkassen ihre Zustimmung und damit ihr „Ja“ zur Beteiligung an der „Genossenschaftlichen Bankengruppe der Raiffeisenkassen Südtirols“ gegeben. Lediglich die Raiffeisenkasse St. Martin in Passeier muss die Entscheidung noch treffen.

sor

stol