Donnerstag, 21. April 2016

Rat, wenn's in einer bäuerlichen Familie nicht gut läuft

Am Bauernhof wird gemeinsam gelebt und gearbeitet. Unterschiedliche Bedürfnisse treffen aufeinander. Dass sich daraus Konflikte ergeben können, liegt auf der Hand. Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation möchte die Menschen damit nicht alleine lassen - und bietet seit sieben Jahren die Lebensberatung für die bäuerliche Familie an.

Seit sieben Jahren gibt es die Lebensberatung für die bäuerliche Familie. - Foto: SBO, Florian Andergassen
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Seit sieben Jahren gibt es die Lebensberatung für die bäuerliche Familie. - Foto: SBO, Florian Andergassen

Ob Hofübergabe, Generationskonflikt oder Überlastung: Rund 30 ehrenamtlich tätige Lebensberater sind einfach da, wenn's mal in einer bäuerlichen Familie nicht so gut läuft.

Die Menschen haben oft Schwierigkeiten, miteinander über Persönliches zu sprechen, erzählt eine Beraterin: „Sie sprechen über Organisatorisches, aber eben nicht über eigene Gefühle oder Konflikte. Es ist für sie einfacher, bestimmte Themen in Anwesenheit einer neutralen, unbekannten Person anzusprechen.“

Und deshalb braucht es die Lebensberatung, die eine menschliche, unkomplizierte und diskrete Beratung ermöglicht, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer: „Wir müssen neben dem betrieblichen auch auf das seelische und familiäre Wohl unsere bäuerlichen Familien schauen, wenn wir möchten, dass sie auch in Zukunft noch ihre Höfe bewirtschaften.“

Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. - Foto: SBO

Auch Wilfried Mairösl, Supervisor der Lebensberater, ist von der Wichtigkeit des Dienstes überzeugt: „Die Lebensberater kommen ja größtenteils aus einem bäuerlichen Umfeld und bringen den Ratsuchenden mehr Verständnis für ihre Anliegen entgegen. Es gelingt also leichter sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Sie haben das Gefühl, da kommt jemand, der kennt sich aus. Dadurch gelingt es häufiger Klärungsgespräche zu führen und die Beziehungen zu verbessern.“

Neue Ausbildung

Weil die Nachfrage nach einer Beratung zunimmt, startet im November 2016 eine neue Ausbildung zum ehrenamtlichen Lebensberater für die bäuerliche Familie. Dafür sucht die Bäuerinnenorganisation verständnisvolle und offene Frauen und Männer, die einen Teil ihrer Freizeit der bäuerlichen Familie widmen möchten.
Sie sollten mit der bäuerlichen Welt vertraut sein. Die Ausbildung erstreckt sich über acht Wochenenden und endet im Juni 2017. Sie findet in der Lichtenburg in Nals statt und ist kostenlos.

stol

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Interessierte, die sich in den Dienst der Lebensberatung für die bäuerliche Familie stellen möchten, erteilt die Koordinatorin des Dienstes gern nähere Auskünfte: Tel. 0471/999400 oder 329/5368302 oder [email protected]

stol