Sonntag, 07. August 2016

Ratingagentur prüft Herabstufung Italiens – Rom erwägt Anfechtung

Italien erwägt Einspruch gegen die Ankündigung der Ratingagentur DBRS, die Kreditwürdigkeit des Landes mit Blick auf eine etwaige Herabstufung zu überprüfen.

Man wolle sich zur Wehr setzen: Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan
Man wolle sich zur Wehr setzen: Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan - Foto: © APA/EPA

Sollte Italien eine schlechtere Note bekommen, dürfte dies höhere Finanzierungskosten für die ohnehin schon unter einem Berg an faulen Krediten leidenden Banken des Landes nach sich ziehen.

Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte am späten Samstagabend, man sei irritiert von der unerwarteten Entscheidung der Agentur, Aus Sicht der Regierung habe die DBRS Regeln verletzt, da sie die Überprüfung außerhalb des dafür bestehenden Mitteilungs-Kalenders bekanntgegeben habe. Man werde sich daher anschauen, ob es Möglichkeiten zum Widerspruch gebe.

Die kanadische Agentur DBRS hatte am Freitagabend erklärt, sie habe sich zur Überprüfung des Ratings entschieden. Grund dafür sei vor allem die politische Unsicherheit im Zuge des für den Herbst geplanten Referendums zur Reform der italienischen Verfassung, an das Regierungschef Matteo Renzi seine politische Zukunft geknüpft habe.

Die Abstimmung und auch der bestehende Druck auf die italienischen Banken berge das Risiko einer Herabstufung. DBRS verwies zudem auf eine schwache Entwicklung der Wirtschaft des Landes und eine hohe Staatsverschuldung.

apa/dpa

stol