Donnerstag, 27. Mai 2021

Reaktionen: „Wir brauchen jeden Kopf in der öffentlichen Verwaltung“

Überrascht zeigen sich die Gewerkschaften und die Grünen über die Aussage des neuen Unternehmer-Präsidenten Heiner Oberrauch, dass die öffentliche Verwaltung seiner Meinung nach mit 30 Prozent weniger Verwaltungspersonal auskommen könnte.

Auf die Aussage von Heiner Oberrauch gab es zahlreiche Reaktionen.
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Auf die Aussage von Heiner Oberrauch gab es zahlreiche Reaktionen. - Foto: © dpa-tmn / Andrea Warnecke
Bürokratieabbau sei sicherlich eine Notwendigkeit, die seit geraumer Zeit im Raum stehe. „Auch ist diese Forderung seitens der Wirtschaftsverbände nicht neu“, so Angelika Hofer, Generalsekretärin der Fachgewerkschaft Öffentlicher Dienst im CGIL/AGB. „Bürokratieabbau ist jedoch nicht gleichzeitig mit Personalabbau gleichzusetzen“, so Hofer.

Hier das Interview von Heiner Oberrauch zum Nachlesen.

Heiner Oberrauch könne in seiner Rolle als Unternehmerverbandschef „sehr gerne tatkräftig zu einer besseren Vertrauenskultur in unserer Gesellschaft beitragen, damit die überbordende Bürokratie reduziert werden kann“. Erst danach könne eine Reorganisation der öffentlichen Verwaltung ins Auge gefasst werden, heißt es vom CGIL/AGB.

„Dieser Diskussion werden wir uns zum richtigen Zeitpunkt sicher gerne stellen. Bis dahin brauchen wir jeden Kopf, den die öffentliche Verwaltung hat.“

ASGB: „Angriffe kommen nicht überraschend“

Mit Unverständnis und Kritik reagieren auch die ASGB-Landesbediensteten auf die Aussage des UVS-Präsidenten: „Die Angriffe kommen nicht überraschend, es scheint leider Usus bei den Unternehmern zu sein, zuallererst gegen den öffentlichen Dienst zu schießen“, betont Landessekretärin Karin Wellenzohn.

Sie verweist auf ein in den vergangenen Jahren stetig erweitertes Aufgabenspektrum, auf den geltenden Aufnahmestopp und die gesellschaftliche Bedeutung eines funktionierenden öffentlichen Dienstes. Es seien dieselben Vorurteile und Stereotype, die auch alle Vorgänger Oberrauchs schon bedient hätten, so Wellenzohn. „Schade ist, dass es immer bei allgemeinen Angriffen bleibt und nie konkrete Vorschläge gemacht werden, was wie verbessert werden könnte.“

Von einem „guten Start mit Schönheitsfehlern“ sprechen die Grünen über den neuen UVS-Präsidenten Heiner Oberrauch: „Sensibel und weitsichtig präsentierte er sich und fand wohltuende Worte, die zuversichtlich in seine Amtszeit blicken lassen.“

Seine Aussagen zu den öffentlichen Beschäftigten „können wir jedoch nicht vollends teilen“, so die Grünen. „Die Mitarbeitenden der öffentliche Verwaltung kümmern sich nicht nur um Beiträge für die Wirtschaft, um Familien- und Sozialbeiträge oder um ein funktionierendes Straßennetz, sondern sie sind die wirklichen Wächter unserer Autonomie, dies darf nie vergessen werden.“

sor