"Der Wille der Regierung und der Banca d’Italia ist klar. Das System der Raiffeisenkassen ist italienweit in eine Krise geraten und muss sich, aus ihrer Sicht, neu organisieren", heißt es von FABI, der Autonomen Bankgewerkschaft Bozen, in einem Schreiben. Dadurch sollen die Raiffeisenkassen krisensicher und der Zugriff durch die Aufsichtsbehörde auf sie vereinfacht werden. Weitere Ziele der Reform seien die Steigerung der Effizienz und der Homogenität der Raiffeisenkassen.Große Eile, großer Druck"Aus unserer Sicht wird die Reform mit zu großem Druck und zu großer Eile angegangen. Zuerst sollte man die Ursachen analysieren, erst dann können sinnvoll Strategien entwickelt werden, die das System krisenfester machen bzw. mit Instrumenten ausstattet, die in schwierigen Zeiten ein erfolgreiches Eingreifen ermöglichen", so das Südtiroler Landessekretariat der Gewerkschaft.Derzeit werde aber zentralistisch, unreflektiert und undifferenziert an einer Gesetzesvorlage gearbeitet, die weder den verschiedenen lokalen Eigenheiten noch den davon betroffenen Mitarbeitern gerecht werde."Unsere Sorge ist deshalb sehr groß, dass am Ende die Mitarbeiter, die an der Krise die geringste Schuld haben, die Leidtragenden sein werden", schreibt FABI. Südtiroler Kassen nicht in KriseDie Raiffeisenkassen Südtirols seien nicht in Krise. "Ihre Mitarbeiter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 90 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet", gibt die Gewerkschaft zu bedenken. Die zukünftigen Herausforderungen werden nicht kleiner. Die Raiffeisenkassen Südtirols hätten aber genug Zeit, positive Lösungen zu finden, wie es ihnen in den letzten 125 Jahren immer gelungen sei.Zentralistische Reformen, die der Südtiroler Realität nicht gerecht werden, lehnt FABI ab: "Wenn eine Reform notwendig ist, muss es möglich sein, lokal eine sinnvolle und von den Sozialpartnern mitgetragene Lösung zu finden."stol