Hintergrund für den Schritt Albers war bekanntlich dessen Engagement in der Förderung des Südtiroler Rennfahrers Patrick Reiterer. Er sah offenbar die Gefahr, dass sein Privatsponsoring zu Konflikten innerhalb der Milkon führen könnte.Reinalter ist am Mittwoch vom Milkon-Vorstand für die nächsten drei Jahre gewählt worden. Darin sitzen je fünf Vertreter der Milchhöfe Mila und Senni. Nach dem Weggang Albers wechselte Reinalter damit den Vize- mit dem Obmannsessel. Der neue Mann hinter ihm ist Alfred Pobitzer aus Schleis im Vinschgau. Er war bereits sieben Jahre in der Vorstandsebene der Mila tätig. „Müssen Anteil der Versandmilch reduzieren“Angesprochen auf seine Ziele, sagte der frisch gewählte Milkon-Obmann Reinalter: „Wir müssen weiterhin darauf hinarbeiten, den Anteil der Versandmilch zu reduzieren.“ Derzeit betrage er rund 20 Prozent, in Litern ausgedrückt seien das 50 Millionen jedes Jahr. „Der Verkauf der Versandmilch hängt sehr stark von der Entwicklung des Weltmarktpreises ab. Diese Abhängigkeit wollen wir abbauen.“Um dorthin zu gelangen, müsse man am italienischen Markt noch stärker werden. „Bei Joghurt und Käse sehe ich noch großes Potential für uns.“ Der Weg zum Erfolg könne aber nicht über millionenschweres Marketing gelingen, wie es andere Molkereikonzerne betreiben. Reinalter: „Wir erhoffen uns durch die Synergien mit anderen Qualitätsprodukten und dem Tourismus starke Impulse. Von der Bekanntheit und dem positiven Image Südtirols als Urlaubs- und Genussland wollen wir profitieren.“Kampagne aller Südtiroler MilchhöfeEin weiteres Anliegen des Neuen an der Spitze der Milkon betrifft die Zusammenarbeit aller Milchhöfe Südtirols. „Da gibt es sicher noch einiges zu tun.“ Ein erster „Schritt in die richtige Richtung“ ist laut Reinalter eine gemeinsame Werbeaktion. „Wir planen in den nächsten Jahren eine Frischmilch-Kampagne aller Sennereien Südtirols zu lancieren.“ Den Zusammenschluss aller Milchhöfe zu einer einzigen Südtiroler Molkerei hält er jedoch nicht für ein „realistisches Ziel“.Der neue Milkon-Obmann ist zugleich auch Obmann des Südtiroler Sennereiverbandes. Eine Doppeltätigkeit, dessen Zukunft noch ungewiss ist: „Im April sind beim Sennereiverband Neuwahlen. Ob ich nochmal antreten werde, steht noch nicht fest.“ Er wisse aber, dass es durchaus einige innerhalb des Verbandes gebe, die die zweifache Obmannschaft eher kritisch beurteilen würden.hil/D