Mittwoch, 07. Oktober 2020

„Reisebeschränkungen bringen regionale Wirtschaft und Tourismus in Gefahr“

Mit einem dringlichen Appell senden die 4 Kammerpräsidenten Peter Buchmüller (WK Salzburg), Michl Ebner (HK Bozen), Hans Peter Metzler (WK Vorarlberg) und Christoph Walser (WK Tirol) am Mittwoch einen „Hilferuf aus den Alpen“. Sie setzen sich gegen die aktuelle Strategie der Reisebeschränkungen vieler EU-Staaten zur Wehr.

Besonders der Tourismusbranche schaden die Reisewarnungen und -beschränkungen.
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Besonders der Tourismusbranche schaden die Reisewarnungen und -beschränkungen. - Foto: © shutterstock
„Die aktuelle Corona-Politik in Europa bringt in unseren Ländern massive existenzielle Bedrohungen mit sich, die letzten Endes nicht nur die Tourismuswirtschaft, sondern auch die regionalen Wirtschaftskreisläufe bedrohen“, so die 4 Kammerpräsidenten.

Als Grund nennen die Präsidenten die unterschiedlichen Maßnahmen der europäischen Staaten und insbesondere die inzwischen ausufernden Reisewarnungen beziehungsweise -beschränkungen. Diese seien äußerst schädlich für die europäische Wirtschaft und zugleich für das europäische Gemeinschaftsgefühl.

Die italienische Regierung will am Mittwoch ein neues Dekret mit verschäften Corona-Maßnahmen beschließen. Darin wird ist auch vorgesehen, neben Einreisenden aus Kroatien, Griechenland, Malta, Spanien, aus Paris und aus 7 französischen Regionen auch bei Einreisenden aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und der Tschechischen Republik Abstriche nehmen. STOL hatte berichtet.

„Reisewarnung müssen enden“

Die Forderung der 4 Präsidenten dahingehend ist einhellig: „Die aktuellen Reisewarnungen und Einschränkungen müssen beendet und aufgehoben werden.“

Die strenge Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen sei auch im Interesse der Wirtschaft. Die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung und eine Einschränkung der wirtschaftlichen Tätigkeit müssten unbedingt verhindert werden. „Aus diesem Grund ist eine große Disziplin aller bei der Umsetzung der Hygienemaßnahmen sowie die Befolgung des Abstandhaltens notwendig“, so die Kammerpräsidenten.

Bei einer Fortsetzung des Systems der Reiseeinschränkungen sei ihrer Ansicht nach eine Verständigung der EU-Mitgliedstaaten auf europäischer Ebene nötig. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Europäische Kommission am 4. September ein europäisches Ampelsystem vorgeschlagen hat.

„Eine europaweite Koordination ist unbedingt nötig, um nicht in einem völligen Chaos an unübersichtlichen Kriterien und daraus folgenden Reisewarnungen und grenzüberschreitenden Bewegungseinschränkungen zu enden“, mahnen die 4 Kammerpräsidenten an. Der „Hilferuf aus den Alpen“ komme daher hoffentlich noch zur richtigen Zeit.

stol