Wie der Traminer Christian Giovanett auf die Idee kam, in Südtirol Reis anzubauen. <BR /><BR /><BR /><BR />Die daraus zubereitete Polenta schmeckte allen und Christian Giovanett beschloss, gemeinsam mit seiner Frau Mariagrazia, den Traminer Plent in größerem Stil anzubauen. Die sortentypisch orangeroten Maiskörner werden heute nach mehreren traditionellen Arbeitsgängen („oklaubn“, „tschilln“, „aufhängn“, „omochn“) selber gemahlen – als ganzes Korn natürlich, damit sämtliche Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="704687_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Was andernorts in Südtirol die Kartoffeln waren, das war im Südtiroler Unterland und im Überetsch über Jahrhunderte hindurch der Plent. Gekocht, geröstet oder gebraten, mit Wurst und Käse, mit Gulasch und Kraut sowie mit Milch oder Gerstekaffee – der Plent bildete jederzeit eine nahrhafte Beilage. Einige Jahrhunderte lang wurde in den trockengelegten Auen entlang der Etsch Mais angebaut – bis dieser vor einem guten Jahrhundert dem lukrativeren Apfelanbau weichen musste.<BR /><BR /><b>Der erste Südtiroler Reis</b><BR /><BR />Ganz neu im Angebot der Familie Giovanett ist seit 2020 der erste in Südtirol erzeugte Reis. Auf einem kleinen Feld im Traminer Moos hat Christian Giovanett im vergangenen Jahr versuchsweise die piemontesische Reissorte Sant' Andrea angebaut und erstmals geerntet. Mit großem und vielversprechendem Erfolg.<BR /><BR />Sant’ Andrea ist eine langförmige Reissorte mit perligen und ovalen Körnern. Die Reiskörner sind klein und stärkereich. Der Sant' Andrea-Reis eignet sich für alle Reisgerichte, gilt jedoch als klassischer Risottoreis. <BR /><BR />In den letzten herrlichen Herbsttagen hat die Familie Giovanett nun zum zweiten Mal ihre Reisernte eingefahren. Diesmal auf einer ein Hektar großen Fläche in den Mösern von Kurtatsch und Tramin. „Die feuchten Torfböden dort bieten ideale Voraussetzungen für den Reisanbau“, erklärt Christian Giovanett. Und er freut sich, dass sein Versuch geglückt ist: „So ganz klar war das am Anfang ja nicht, ob Klima und Umweltbedingungen für den Reisanbau auch in Südtirol passen“, so der erste Südtiroler Reisbauer. Die Aussaat erfolgte im Trockenverfahren Ende April, die Ernte jetzt in den letzten Oktobertagen.<BR /><BR />Der Überlieferung nach soll im Südtiroler Unterland in vergangenen Jahrhunderten schon einmal Reis angebaut worden sein. Zwischen Tramin und Kaltern gibt es heute noch den Flurnamen „Reisäcker“. Und Andreas Hofers Soldaten sollen 1809 mit einer Ration Reis im Rucksack in den Kampf gegangen sein. Genauer erforscht ist der Reisanbau im Lande aber noch nicht.<BR /><BR />Gedroschen hat die Familie Giovanett ihren Reis mit einer kleinen, direkt aus Japan importierten, gebrauchten Reisdreschmaschine. Die Reiskörner werden nun getrocknet und vorerst in einer Reismühle in Pavia entspelzt und verarbeitet. Abgepackt wird der frische Südtiroler Reis dann wieder in Tramin am Römerhof. <BR /><BR />