Mittwoch, 13. September 2017

Rekord-Exportzahlen für Südtirols Unternehmen

Von 2009 bis heute ist der Südtiroler Export ständig gestiegen. Am Mittwoch wurden die Daten zum Export veröffentlicht: in den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Südtiroler Unternehmen Waren und Produkte im Wert von mehr als 2,3 Milliarden Euro im Ausland verkauft. Das ist Rekord.

Südtirol verzeichnet Rekord-Exportzahlen im ersten Semester 2017.
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Südtirol verzeichnet Rekord-Exportzahlen im ersten Semester 2017. - Foto: © shutterstock

„Dies ist vor allem Verdienst der heimischen Betriebe und ihrer Mitarbeiter/innen, die es dank innovativster und qualitativ hochwertiger Produkte geschafft haben, neue Märkte zu erobern“, so der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea. Giudiceandrea warnt aber davor, die steigende Exportquote als eine Selbstverständlichkeit anzusehen.

„Unsere Betriebe gehören zu den Besten“

„Unsere Betriebe können sich behaupten, weil sie zu den besten in ihren Bereichen gehören. Damit sie aber langfristig international wettbewerbsfähig bleiben können, müssen sie hier in Südtirol die gleichen Bedingungen wie in anderen Wirtschaftsstandorten vorfinden.“ 

Südtirol hat in vielen Bereichen Vorreiterrolle

Südtirol hat in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle inne, in anderen gibt es aber noch Verbesserungspotenzial. Im Vergleich zu den ausländischen Konkurrenten haben die heimischen Betriebe mit höheren Lohnkosten und einer stärkeren Steuerbelastung, mit um 30 Prozent höheren Energiepreisen, wenigen und teuren Grundstücken für die Erweiterung oder Ansiedelung und einem hohen bürokratischen Aufwand zu kämpfen.

Defizite in der Erreichbarkeit

Dazu kommen noch die Defizite in der Erreichbarkeit sowie ein ständig steigender Fachkräftemangel. „Gemeinsam mit den Sozialpartnern müssen wir nachhaltige Lösungen finden, um das Wirtschaftswachstum zu garantieren sowie um es unseren Betrieben zu ermöglichen, weiterhin qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Steigerung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandorts sowie seiner Betriebe bringt Vorteile für das gesamte Land: exportierende Unternehmen zahlen höhere Löhne, investieren mehr in Innovation und haben eine höhere Produktivität als jene Betriebe, die nicht exportieren“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes.

Kompatscher beglückwünscht Unternehmen

Landeshauptmann Arno Kompatscher beglückwünscht die Unternehmen Südtirols und deren Mitarbeiter zu den Rekord-Ausfuhren im zweiten Quartal dieses Jahres. Den gerade veröffentlichten Daten des Landesinstituts für Statistik ASTAT zufolge schlagen sie mit 1223,3 Millionen Euro alle bisherigen Rekorde. Im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres entspricht dies einem Plus von 10,1 Prozent.

"Ein konstanter Ausbau der Ausfuhren sorgt auch in gesättigten Märkten, wie wir sie in Europa haben, für sichere Arbeitsplätze und die Bereitschaft zu investieren und zu innovieren", sagt Landeshauptmann sichtlich erfreut.

Abhängigkeit von vier nahen Märkten

"Diese an sich glänzende Medaille hat aber auch eine Kehrseite", gibt der Landeshauptmann zu bedenken, "die vier Kernmärkte Deutschland, Österreich, Frankreich und die Schweiz nehmen einen weiter wachsenden Teil des Export-Kuchens ein, nämlich 55,2 Prozent."

Allein nach Deutschland liefere Südtirol mehr als ein Drittel seiner Exporte (33,9%). "Es erscheint mir daher wichtig, dass Südtirols Unternehmen die Bemühungen von IDM Südtirol, ihnen alternative Märkte näherzubringen, stärker nutzen.

Fremde Märkte anvisieren

Damit ließe sich nämlich die Abhängigkeit von den Kernmärkten reduzieren", zeigt sich der Landeshauptmann überzeugt. Bei einer möglichen Konjunkturdelle würden diversifizierte Exportmärkte Südtirols Wirtschaft einen sichereren Stand geben. Kompatscher zufolge ist es wichtig, dass Unternehmen nicht ruhen, ihre Kompetenzen im Umgang mit fremden Märkten auszubauen.

lpa/stol

stol