<BR />Heute liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter in Italien für Männer und Frauen bei 67 Jahren. Die Rentenvoraussetzungen werden aber grundsätzlich alle zwei Jahre an die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung angepasst; erst im letzten Haushaltsgesetz wurden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt.<h3> Was gilt 2027 und 2028?</h3>Somit gilt: Ab 1. Jänner 2027 muss man, um eine Altersrente beziehen zu können, 67 Jahre und einen Monat alt sein, und 2028 liegt das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren und drei Monaten. <BR /><BR />Für die vorzeitige Altersrente brauchen Männer heute 42 Jahre und zehn Monate an Beitragszeiten, Frauen 41 Jahre und zehn Monate. 2027 müssen Männer dann 42 Jahre und elf Monate vorweisen und 2028 43 Jahre und einen Monat (Frauen: 41 Jahre und elf Monate bzw. 42 Jahre und einen Monat). <BR /><BR />Das ist bereits beschlossene Sache und bekannt. Doch wie sieht es in den Folgejahren aus? Dazu gibt es im Moment nur Projektionen, die die Ragioneria generale dello stato, also die Generalbuchhaltung, jüngst vorgelegt hat.<h3> Was kommt 2029?</h3>Nach der aktuellen Projektion könnte das Renteneintrittsalter 2029 auf 67 Jahre und sechs Monaten steigen und ab 2031 auf 67 Jahre und acht Monate. <BR /><BR />Parallel müssten auch die Voraussetzungen für die vorzeitige Altersrente angepasst werden. 2029 werden voraussichtlich für Männer 43 Jahre und vier Monate an Beitragszeiten (Frauen: 42 Jahre und vier Monate) erforderlich sein, 2031 43 Jahre und sechs Monate (Frauen: 42 Jahre und sechs Monate).<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-76471442_quote" /><BR /><BR /><BR />Möglich wäre auch, dass sich das Eintrittsalter um noch einen weiteren Monat nach hinten verschiebt; denn laut der Generalbuchhaltung würden die jüngsten Istat-Daten zur Lebenserwartung sogar eine stärkere Anhebung hergeben. <h3> Das sagt der Experte</h3>Fix ist die Entwicklung ab 2029 zwar noch nicht. Rentenfachmann Alexander Oberkofler geht allerdings davon aus, dass die Erhöhungen Realität werden. „Aus meiner Sicht wird diese Prognose leider eintreffen. Nachdem die Lebenserwartung laufend am Steigen ist, wird wohl auch das Rentenalter nach oben geschraubt.“ Genaueres wisse man aber wohl erst, wenn das entsprechende ministerielle Dekret spätestens 2028 vorliege. <BR /><BR />Dazu kommt aus Sicht des Rentenfachmannes noch ein weiterer Faktor: „Angesichts der Tatsache, dass in den nächsten Jahren geburtenstarke Jahrgänge die Rente antreten werden und damit die Ausgaben für den Staat exponentiell nach oben schnellen werden, besteht bestimmt Handlungsbedarf. Es ist also naheliegend, dass das Rentenalter laufend angehoben wird, denn damit spart der Staat gleich doppelt: Er kassiert länger und mehr an Rentenbeiträgen und zahlt in der Regel die Rente dann für einen kürzeren Zeitraum aus“, erklärt Oberkofler. <h3> In Rente mit 70?</h3>Doch der Blick reicht noch weiter. Erst im August verwies INPS-Präsident Gabriele Fava auf ein Szenario, wonach eine Generation der Millennials – also der in den 1980er- und 1990er-Jahren Geborenen – erst nach dem 70. Lebensjahr in Rente gehen könnte. Grundlage sei eine bereits vor drei Jahren von der OECD erstellte Prognose, die inzwischen von INPS und Istat bestätigt worden sei. <BR /><BR />Wird es also zur Rente mit 70 oder vielleicht gar 75 Jahren kommen? Oberkofler hält eine Grenze für notwendig: „Meiner Meinung nach muss es bestimmt irgendwann eine Obergrenze geben, insbesondere bei bestimmten Berufsgruppen, auch um gewissen Risiken vorzubeugen.“<BR /><BR />Zudem kann er sich vorstellen, dass neue Formen der Frührente ein Thema werden. „Es ist leider eine traurige Gewissheit, dass Italien im Vergleich zu anderen Staaten in Europa das höchste gesetzliche Eintrittsalter für die Rente hat. Es ist davon auszugehen, dass es deswegen auch in Italien zu alternativen Rentenmodellen kommen kann, auch wenn es diese heute teilweise schon gibt, etwa für Beschäftigte in besonders belastenden Berufen.“ <BR /><BR />Die beste Lösung wäre Sicht des Fachmannes? „Wenn den Bürgern Entscheidungsfreiheit eingeräumt würde, ob man bis zur Höchstaltersgrenze weiterarbeitet und die volle Rente beziehen möchte, oder ob man ein paar Jahre früher aus dem Dienst austritt, dafür aber eine reduzierte Rente akzeptiert.“