Während sich Entscheidungsträger in den Dörfern verhalten zeigen, sagt es Arno Kompatscher ganz offen: Ja, es stimme, US-amerikanische Firmen hätten Interesse an einer „Wiederbelebung“ des Bergwerks bekundet. In den Gemeinden Moos und Ratschings weiß man schon seit Jahresende von der Idee. Kompatscher selbst erfuhr von ein paar Wochen davon – via Memo.Über 800 Jahre lang prägte das Bergwerk Schneeberg das Leben in seinen Gemeinden. Das Werk zählt zu den Bergwerken im Alpenraum, die am längsten und am höchstgelegensten förderten. 1985 wurde das Bergwerk geschlossen. Es sei nicht mehr rentabel, hieß es damals.Heute sieht die Situation anders aus: In der vergangenen Jahren sind die Erz-Preise in die Höhe geschnellt. Im Schneeberg allerdings dürfte noch Silber, Blei und Zink vorhanden sein. Für US-Firmen Grund genug, eine Wiederbelebung des Werkes anzudenken.Kompatscher fordert mehr Information „Ein Nordtiroler Broker, ein Berater, hat für potenzielle Investoren Kontakt mit uns aufgenommen“, erklärt der Landeshauptmann im Gespräch mit STOL. „Hoch euphorisch“ habe er nicht reagiert, sagt er, als er von den Neuigkeiten erfahren habe.Denn natürlich bringe ein Bergwerk Arbeitsplätze mit sich. Allerdings fehlten ausreichend Informationen, um die Sachlage „neutral“ zu bewerten, sagt er. Mit diesem Verweis schickte er das Memo zurück: Es brauche mehr Informationen, um ernsthaft über eine Reaktivierung nachzudenken.„Erwarte mir keinen Aufschrei“Erst müsse eine Machbarkeitsstudie her, zählt Kompatscher auf, dann, bei Interesse, eine Exploration im Bergwerk durchgeführt werden. Darüber hinaus brauche es im Bedarfsfall natürlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung, sagt er, und Gespräche mit Gemeinden, Tourismustreibenden und Bürgern müssten ebenso geführt werden.„Nein, ich erwarte mir keinen Aufschrei von Umweltschützern und dergleichen“, sagt Kompatscher. Denn, und das betont der Landeshauptmann, mehrmals: In Sachen Wiederbelebung des Bergwerks Schneeberg befinde man sich noch komplett in den Anfängen.pg