Montag, 11. Januar 2021

„Rientro Cervelli“: Gute Nachrichten aus Rom

Im Haushaltsgesetz findet sich eine authentische Interpretation zur Steuerreduzierung für Rückkehrer aus dem Ausland: Wer während seiner Jahre im Ausland für kurze Zeit nach Südtirol zurückgekehrt ist, hat dennoch Anrecht auf den Steuervorteil des „Rientro Cervelli“.

Für einige der Betroffenen hatte sich durch diese Sachlage durchaus eine dramatische Situation ergeben, bei denen sich Betroffene mit Rückforderungen von mehreren 10.000 Euro konfrontiert sahen.
Badge Local
Für einige der Betroffenen hatte sich durch diese Sachlage durchaus eine dramatische Situation ergeben, bei denen sich Betroffene mit Rückforderungen von mehreren 10.000 Euro konfrontiert sahen. - Foto: © APA (dpa) / Monika Skolimowska
Ende Dezember hat das römische Parlament das Haushaltsgesetz 2021 verabschiedet. Darin hat auch der Antrag einer authentischen Interpretation bezüglich der Steuerreduzierung für Rückkehrer aus dem Ausland die Zustimmung des Parlaments erhalten. Die SVP-Wirtschaft und die Junge Generation begrüßen in einer Aussendung diese Klarstellung und fordern von der Einnahmenagentur eine schnelle Archivierung aller diesbezüglich anhängigen Verfahren.

Kurze Heimkehr kein Aberkennungsgrund mehr

„Diese authentische Interpretation bringt nun endlich die gewünschte Klarheit! Bisher hat die Agentur der Einnahmen von Bozen vielen Südtiroler Auslandsrückkehrern den Steuervorteil aberkannt, auch wenn diese nur für kurze Zeit ihren Auslandaufenthalt z. B. für einen Ferialjob unterbrachen. Das war weder gerechtfertigt und schon gar nicht im Sinne des Gesetzgebers, der hochqualifizierte Mitarbeiter ins Land holen wollte! Durch die Interpretation ist der Anspruch auf den Steuervorteil nun mit einer kurzen Unterbrechung vereinbar und das ist richtig so. Viele Streitfälle sind somit hinfällig und die Einnahmenagentur hat die Pflicht diese zu archivieren“, betont der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll.

Kammerabgeordnete Renate Gebhard sieht in der authentischen Interpretation ein wichtiges Signal: „Die Absicht des Gesetzgebers war es, dem Brain Drain entgegen zu wirken. Auch Südtirol hat großes Interesse daran, dass kompetente, gut ausgebildete Südtirolerinnen und Südtiroler nach dem Abschluss ihrer Ausbildung oder Tätigkeit in anderen Staaten wieder zurückkommen und ihr Wissen und Können hier einbringen. Die erreichte Teillösung ist daher ein erster wichtiger Schritt, um der nicht nachvollziehbaren restriktiven Auslegung der Agentur der Einnahmen Bozen, die den Fachkräftemangel noch verschärft, gegenzusteuern.“

Erleichterung bei betroffenen Rückkehrern

„Vor allem für junge Südtiroler und Südtirolerinnen, die nach Südtirol zurückgekehrt sind, bringt diese neue Interpretation große Erleichterung. Unsere jungen Leute können dadurch endlich aufatmen und nicht mit der Angst leben irgendwann nach zeit- und kostenaufwändigen Streitverfahren Steuern und Bußgelder nachzahlen zu müssen“, zeigt sich der Vorsitzende der Jungen Generation Dominik Oberstaller zufrieden.
Josef Tschöll und Dominik Oberstaller danken der Kammerabgeordneten Renate Gebhard und dem Parteiobmann Philipp Achammer für ihren Einsatz und fordern die Agentur für Einnahmen von Bozen auf, alle anhängigen Verfahren, welche durch die neue authentische Interpretation nun hinfällig sind, rasch zu archivieren.

stol

Schlagwörter: