Die Liste gegenseitiger kulinarischer Unverträglichkeiten ließe sich leicht fortsetzen. Auch eineinhalb Jahre nach Beginn der Verhandlungen um einen gemeinsamen Markt, der mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und fast ein Drittel der Welthandelströme umfassen soll, ist der Agrarsektor immer noch der größte Zankapfel zwischen den USA und der EU.Am nächsten Dienstag steht ein weiteres Schrittchen in dem zähen Entscheidungsprozess an.Der Agrarausschuss des europäischen Parlaments berät den Entwurf der Empfehlungen in Sachen Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Die Vorlage liest sich, als wollte Europa seine Normen keinesfalls aufgeben.Die EU-Kommission wird nämlich aufgerufen, sich auf die Einhaltung der EU-Standards bei Lebensmitteln sowie dem Gesundheitsschutz bei Mensch und Tier zu verpflichten.Das hieße beispielsweise, dass US-Lebensmittel, die zum Teil aus genetisch veränderten Organismen (GVO) bestehen, auf dieser Seite des Atlantiks nicht vertrieben werden dürften oder zumindest gekennzeichnet werden müssten. Beides lehnen die USA entschieden ab.Strei um Herkunftsbezeichnungen: Mozzarella auch betroffenAmerikanische Bierbrauer verkaufen in ihrer Heimat beispielsweise „bayerisches Bier“. Aus Sicht der USA müsste ihnen das auch in Deutschland erlaubt werden.In der EU gibt es aber derzeit gleich drei geschützte Herkunftsbezeichnungen. Die sogenannte Ursprungsbezeichnung gilt für Produkte, die vollständig aus einer Region stammen.„Allgäuer Emmentaler“ etwa wird mit Allgäuer Milch im Allgäu hergestellt. „Schwäbische Spätzle“ unterliegen dagegen nur einer geschützten geografischen Angabe. Das heißt, die Spätzle müssen in Schwaben produziert werden, die Zutaten können aber aus aller Welt kommen.Als dritte Kategorie gibt es noch die garantiert traditionellen Spezialitäten. Dazu zählt „Mozzarella“ oder „Serrano“-Schinken, die überall hergestellt werden können, aber nach einem festgelegten Verfahren produziert werden müssen.Den Amerikanern ist das zu kompliziert, sie lehnen diese Herkunftsbezeichnungen ab. Europäer wiederum stoßen sich an der komplexen Lebensmittelaufsicht in den USA.dpa