Sonntag, 31. Januar 2016

Rom drängt Post zu Einstieg bei Monte Paschi

Bei ihren Bemühungen zur Konsolidierung des von einem Berg fauler Kredite belasteten Bankensystems bemüht sich die italienische Regierung um einen Einstieg der Post bei der Problembank Monte dei Paschi di Siena (MPS). Der italienische Staat beteiligt sich zurzeit sowohl an dem Geldhaus aus Siena als auch an der Post.

Archivbild.
Archivbild.

Der Staat besitzt einen vierprozentigen Anteil an Italiens drittstärkster Bank, zugleich ist er auch nach der Teilprivatisierung im vergangenen Oktober weiterhin Mehrheitsaktionär bei den „Poste Italiane“, die wiederum mit der Tochter BancoPosta, der sechstgrößten Bank, stärker im Finanzwesen mitmischen will.

Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat den Aufstieg der Post im Geldgewerbe nicht gebremst. Im Gegenteil, das Vertrauen der Italiener in den als solid betrachteten Postkonzern beflügelt das Einlagengeschäft.

Einstieg der Post eine durchführbare Lösung zur Rettung

Daher drängt die Regierung zu einem Einstieg von BancoPosta bei Monte Paschi, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Sonntag. Die Poste Italiane bietet mit rund 142.000 Beschäftigten und mehr als 13.000 Filialen im ganzen Land Post- und Finanzdienstleistungen an. Die Post ist Italiens größter Arbeitgeber.

Der Einstieg der Post gilt Experten zufolge als durchführbare Lösung zur Rettung von Monte Paschi, die verzweifelt nach einem Partner sucht. Nach starken Aktienverlusten in den vergangenen Wochen hatten die beiden stärksten Banken des Landes – Intesa Sanpaolo und die Bank-Austria-Mutter UniCredit – Interesse an der Übernahme des toskanischen Konkurrenten entschieden dementiert.

apa

stol