Donnerstag, 06. Januar 2022

Rom fordert Entschädigung für Verluste im Tourismus – 350 Hotels geschlossen

Rom fordert von der italienischen Regierung eine Entschädigung wegen der hohen Verluste im Tourismus infolge der neuen Corona-Infektionswelle. „Der Tourismus in Rom erlebt einen Notfall“, betonte Alessandro Onorato, Roms Stadtrat für Tourismus, Großveranstaltungen, Mode und Sport, der eine außerordentliche Stadtratssitzung mit den Ministern für Tourismus und Arbeit forderte.

Mehrere Hotels in Rom laufen Gefahr, nicht wieder öffnen zu können.
Mehrere Hotels in Rom laufen Gefahr, nicht wieder öffnen zu können. - Foto: © ANSA / FABIO FRUSTACI
350 römische Hotels sind seit März 2020 vorübergehend geschlossen. Das ist ein Drittel aller Hotels in der italienischen Hauptstadt. Einige von ihnen laufen Gefahr, nicht wieder öffnen zu können. Tausende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen könnten dauerhaft ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Pandemie habe die Tourismusunternehmen und die damit verbundenen Dienstleistungen weltweit in die Knie gezwungen, aber die großen Kunststädte würden am meisten unter der aktuellen Situation leiden, warnte Onorato.

„Rom zahlt den höchsten Preis“, so der Stadtrat. Seiner Meinung nach sei daher eine außerordentliche Intervention der Regierung Draghi erforderlich, um die negativen Auswirkungen der Einnahmenrückgänge einzudämmen. „Wir appellieren an die Sensibilität des Premierministers und bitten ihn, uns zu unterstützen. Rom kann es nicht allein schaffen“, erklärte Onorato.

Die Omikron-Variante setzt Italien derzeit stark unter Druck. Die Zahl der Stornierungen von für die Weihnachtsfeiertage gebuchte Reisen und die Absagen von Touristenbesuchen in Hotels, Museen und Ausstellungen war hoch. Für die Weihnachtsfeiertage beklagte Rom einen Rückgang der Hotelankünfte von 70 Prozent im Vergleich zu 2019, während die Nachfrage nach Reiseleitern und Fremdenführer bereits um 80 Prozent im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie gesunken ist.

dpa/apa