Donnerstag, 17. Dezember 2020

Rom macht Druck auf UniCredit für MPS-Übernahme

Die italienische Regierung macht Druck auf die Bank Austria-Mutter UniCredit für die Übernahme der verstaatlichten Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS).

Bis Ende 2021 muss Monte Paschi nach den Vorgaben der EU wieder privatisiert werden.
Bis Ende 2021 muss Monte Paschi nach den Vorgaben der EU wieder privatisiert werden. - Foto: © APA/afp / TIZIANA FABI
Ziel sei, die Übernahme Anfang 2021 abzuschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Aktionärsversammlungen der beiden Banken sollten im April den Deal besiegeln.

Das Wirtschaftsministerium in Rom bestätigte, dass es bemüht sei, seine Beteiligung an MPS zu verkaufen, wie sich Italien mit Brüssel verpflichtet habe. Kein Beschluss sei jedoch ergriffen worden, hieß es aus dem Ministerium.

Bis Ende 2021 muss Monte Paschi nach den Vorgaben der EU wieder privatisiert werden. Als geeigneter Partner wurde zuletzt die UniCredit in Spiel gebracht. Laut Kritikern sei der Ex-Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan zum Verwaltungsratspräsidenten der Bank-Austria-Mutter designiert worden, um die Übernahme von MPS durch UniCredit in die Wege zu leiten.

Die Designierung des ehemaligen Wirtschaftsministers zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der UniCredit war im Oktober in Italien auf Kritik gestoßen. Padoan hatte 2017 als Wirtschaftsminister maßgeblich die Verstaatlichung der kriselnden Bank Monte dei Paschi di Siena organisiert. Die älteste Bank der Welt wurde mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt. Der Staat hält derzeit einen Anteil von 68 Prozent.

apa

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