Das Datum stand bereits fest. Am 28. Mai sollten sich die Bürger in Italien in einem Referendum für oder gegen die sogenannten Voucher aussprechen. Es sollte das 73. Referendum in der Geschichte der Italienischen Republik werden. Der Termin war erst am Dienstag bekannt gegeben worden.Die sogenannten Voucher waren als Instrument zur gelegentlichen Beschäftigung von Arbeitskräften in und außerhalb der Betriebe eingeführt worden. Doch: Die Liberalisierung der Lohngutscheine führte zu Missbrauch. Viele Unternehmen beschäftigten ihre Mitarbeiter über Voucher anstatt ihnen richtige Verträge anzubieten. Besonders die Gewerkschaften hatten die Voucher in ihrer bisherigen Form auf dem Kieker und forderten Änderungen.Doch bis zum Referendum soll es jetzt gar nicht kommen: Bereits am Donnerstag stimmte die zuständige Arbeitskommission der römischen Abgeordnetenkammer für die Abschaffung der umstrittenen Voucher, am Freitag sagte auch die Regierung Ja zur Abschaffung. Damit wird wohl auch das Referendum hinfällig (STOL hat berichtet).Alfreider: So werden Probleme nicht gelöstDaniel Alfreider, SVP-Kammerabgeordneter, kann mit dieser Entscheidung nicht glücklich sein. Denn: Auch für die Wirtschaft Südtirols, vor allem für die Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus seien die Voucher zu einem wichtigen Instrument für zeitlich begrenzte Arbeitsleistungen geworden, sagt er.„Auf nationaler Ebene ist vor allem durch die Wirtschaftskrise ein Problem entstanden, denn in vielen Bereichen hat man die Verwendung der Voucher missbraucht“, meint Alfreider. „Nicht in Südtirol, wo durch dieses Instrument die Wirtschaft gefördert wurde und Bürokratie abgebaut. Somit müssen jetzt alle für Fehler aufkommen, die nur in einigen Fällen begangen wurden. Und wer jetzt denkt, dass durch diese Abschaffung die Probleme gelöst werden, der irrt.“stol