<BR /><BR /><BR />Für den „Piano Casa“ will der Staat in den nächsten zehn Jahren rund zehn Milliarden Euro bereitstellen – großteils durch die Umschichtung bestehender Fonds. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sanierung öffentlicher Wohngebäude und Sozialwohnungen. Rund 60.000 Wohnungen sollen so wieder nutzbar gemacht und anschließend zu vergünstigten Bedingungen vermietet oder verkauft werden. <h3> Wohnen mit Preisdeckel</h3>Um das Ziel vom leistbaren Wohnen zu verwirklich, will die Regierung aber auch Anreize für private Investoren schaffen: Private Bauträger sollen von zusätzlichen Bauvolumen, beschleunigten Genehmigungsverfahren und geringeren bürokratischen Hürden profitieren. Im Gegenzug sollen sie Wohnungen zu vergünstigten Preisen errichten – ähnlich dem Südtiroler Modell des Wohnens mit Preisbindung.<BR /> Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass private Bauherren bei neuen Wohnanlagen mindestens 70 Prozent der Wohnungen zu sozial gebundenen Preisen anbieten müssen. Die Kauf- oder Mietpreise sollen dabei mindestens ein Drittel unter dem Marktpreis liegen. <BR /><BR />Ein zentraler Punkt ist auch der sogenannte Volumenbonus („bonus volumetria“). Dabei darf das ursprüngliche Bauvolumen eines Gebäudes um bis zu 35 Prozent erhöht werden, wenn diese zusätzliche Fläche ausschließlich für Wohnungen mit gedeckelten Mieten genutzt wird. <h3> Schnellere Räumungsverfahren</h3>Neben der Verordnung zum Wohnungsplan hat der Ministerrat auch einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dem Räumungsverfahren beschleunigt werden sollen. <BR /><BR />Der italienische Verband der Bauindustrie bezeichnete den Plan in einer ersten Reaktion als „wichtigen und überfälligen Schritt“, betont aber auch, dass dessen Erfolg stark von der konkreten Ausgestaltung der Durchführungsdekrete, von zusätzlichen wirtschaftlichen Anreizen und von einer zügigen operativen Umsetzung abhängen wird. <h3> Kann Südtirol profitieren?</h3>Bleibt die Frage, ob auch Südtirol von diesem „Piano Casa“ profitieren wird. Hier eine konkrete Antwort zu geben, ist noch zu früh. Zum einen muss die Verordnung noch in ein Gesetz umgewandelt werden (bis Anfang Juli), und auf diesem Weg können sich noch Änderungen ergeben.<BR /><BR />Zum anderen sind zentrale Punkte noch offen. „Etwa die Frage, welche Schwerpunkte die Regierung bei der Aufteilung der Geldmittel setzen wird“, sagt Luca Critelli, Direktor des Landesressorts für Wohnbau. Er geht davon aus, dass die Regierung entscheidet, eher ärmere Provinzen zu unterstützen, die im öffentlichen Wohnbau weit weniger gut aufgestellt sind als Südtirol. Mit anderen Worten: Eventuell müsste Südtirol dann sein Gesetz anpassen. <BR /><BR />Ebenso noch offen: „Inwiefern die Südtiroler Modelle, etwa des sozialen Wohnbaus und des Wohnens mit Preisbindung, Anwendung finden, wenn sie nicht exakt dem neuen Dekret entsprechen.“<BR /><BR />Auch das Südtiroler Baukollegium verfolgt den „Piano Casa“ mit Interesse, mahnt aber wegen der offenen Punkte ebenso zu einer vorsichtigen Bewertung. Grundsätzlich stehe man den Maßnahmen aber positiv gegenüber. „Und sollte der ,Piano Casa' Vereinfachungen und Verbesserungen vorsehen, so sollten diese unserer Meinung nach absolut auch provinzial übernommen werden.“