Montag, 16. Dezember 2019

Rom verabschiedet Dekret zur Rettung von Krisenbank

Die italienische Regierung hat am Sonntagabend ein Dekret zur Rettung der Krisenbank „Banca popolare di Bari“ verabschiedet.

900 Millionen Euro steckt Rom in die Rettung der Krisenbank „Banca Popolare di Bari“.
900 Millionen Euro steckt Rom in die Rettung der Krisenbank „Banca Popolare di Bari“. - Foto: © ANSA / ANSA

Am Ende einer Ministerratsitzung beschloss die Regierung um Premier Giuseppe Conte ein Maßnahmenpaket zu verabschieden, mit dem der Einstieg der staatlichen Bank Mediocredito Centrale bei der krisengeschüttelten süditalienischen Volksbank finanziert werden soll.

Finanzierungen in Höhe von 900 Millionen Euro werden zur Rettung der „Banca popolare di Bari“ locker gemacht. Weiters will die Regierung die Weichen für die Gründung einer öffentlichen Investmentbank für den Süden stellen. Die Regierung will sich ferner bei der Notenbank einschalten, um gegen die Manager der Krisenbank vorzugehen, die für die Misere des Geldhauses verantwortlich sind.

„Dieses Dekret rettet die Ersparnisse der Kleinsparer, wir werden jedoch hart gegen die Manager vorgehen, die für diese Situation verantwortlich sind“, sagte der Chef der regierenden Fünf Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio.

Die Geldmittel zur Rettung der Bank soll das italienische Wirtschaftsministerium locker machen. Die im Dekret enthaltenen Maßnahmen sollen auch zur Förderung der Geldhäuser in Süditalien dienen. Ziel sei es, die wirtschaftliche Kluft zwischen den norditalienischen Regionen und dem Süden im Kreditbereich zu überbrücken.

Die Bank selber nannte Vermögensverluste als Hintergrund der Maßnahme. Die Führungsgremien des Geldhauses wurden aufgelöst und 2 staatliche Kommissare sowie 3 weitere Personen als Mitglieder eines Überwachungskomitees ernannt. Die Bank sicherte zugleich ihren Kunden zu, dass der Geschäftsbetrieb regulär weiterlaufe.

Die hoch defizitäre Volksbank von Bari hatte vergangene Woche den Einlagensicherungsfonds FITD der Privatbanken des Landes offiziell um Hilfe gebeten. Wie hoch der Kapitalbedarf genau ist, ist noch unklar, Insider rechnen mit mehr als einer Milliarde Euro. FITD hat gerade erst die Genueser Krisenbank Carige gerettet. Die Kapitalerhöhung zur Rettung der Bank aus der ligurischen Hauptstadt wurde am Freitag erfolgreich abgeschlossen. Italiens Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrere Banken retten müssen, darunter das weltweit älteste Geldhaus Monte dei Paschi di Siena (MPS).

apa