Dienstag, 16. Juni 2020

Rom warnt vor Eindringen der Mafia in die Wirtschaft

Kriminelle Organisationen könnten die Coronavirus-Krise ausnutzen, um tiefer ins europäische Wirtschaftsnetz einzudringen. Das Thema wurde am Dienstag bei einem Europol-Treffen in Rom besprochen, an dem sich Vertreter der von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffenen europäischen Länder beteiligten.

Italien hat als erstes Land eine Taskforce eingerichtet, die Strategien gegen das Eindringen der Mafia in die legale Wirtschaft in dieser Coronavirus-Zeit entwickeln soll.
Italien hat als erstes Land eine Taskforce eingerichtet, die Strategien gegen das Eindringen der Mafia in die legale Wirtschaft in dieser Coronavirus-Zeit entwickeln soll. - Foto: © ANSA / DIA CARABINIERI
Das Treffen wurde von Italien organisiert, um einen ausgedehnten Informationsaustausch unter den von der Coronavirus-Epidemie betroffenen Ländern zu fördern.

Wegen der Krise und den darauffolgenden Liquiditätsengpässen könnten kriminelle Organisationen Unternehmen in Schwierigkeiten mit Schwarzgeldern beliefern. Die Gefahr, dass sich mafiöse Organisationen mit Wucher bereichern könnten, sei konkret. Italien habe deswegen als erstes Land eine Taskforce eingerichtet, die Strategien gegen das Eindringen der Mafia in die legale Wirtschaft in dieser Coronavirus-Zeit entwickeln soll.

Mafiöse Clans würden Familien in Not Hilfen und Dienstleistungen anbieten, um somit soziale Zustimmung und Marktanteile zu gewinnen, warnte der Präfekt Vittorio Rizzi. Mit Korruption würden Mafiosi versuchen sich öffentliche Aufträge zu verschaffen. Mehr denn je muss der italienische Staat in dieser präzedenzlosen Situation wachsam sein, hieß es bei dem Treffen in Rom.

apa/stol