Blawatniks Investmentfirma Access Industries blättert nach Angaben vom Freitag 3,3 Mrd. Dollar (2,28 Mrd. Euro) für den drittgrößten Musikverlag der Welt auf den Tisch und stach damit zahlreiche andere Bieter aus – unter anderem Sony und Bertelsmann.Warner Music – zu deren Künstlern Madonna, R.E.M., Johnny Cash, Green Day und Led Zeppelin gehören – hatte sich im Jänner selbst zum Verkauf gestellt. An Warner sollen Medienberichten zufolge mehr als 20 Unternehmen interessiert gewesen sein. Blawatnik zahlt nun pro Aktie 8,25 Dollar und damit einen Aufschlag von 63 Prozent auf den Aktienkurs vor Bekanntgabe der Verkaufspläne.Blawatnik ist unter anderem an dem russischen Aluminiumgiganten Rusal und dem US-Petrochemiekonzern LyondellBasell beteiligt. In der Musikbranche und bei Warner Music selbst ist er jedoch kein Fremder: Er ist ein langjähriger Partner von Konzernchef Edgar Bronfman und war zwischenzeitlich ein Direktor bei Warner Music. Bronfman hatte Warner Music 2004 dem Medienkonzern Time Warner abgekauft. Blawatnik besaß zudem bereits vor der jetzigen Übernahme zwei Prozent an Warner.Die Musikbranche befindet sich im Umbruch. Die Verkäufe von CDs – einst solide Einnahmequelle für die Konzerne – nehmen immer weiter ab. Das Geschäft mit digitaler Musik im Internet haben sich andere Unternehmen gesichert – wie Apple mit seinem iTunes Store. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte Warner Music einen Verlust von 143 Millionen Dollar.Der Abschied von der Börse und dem Druck der Aktionäre könnte Warner Music die Gelegenheit bieten, einen radikaleren Bruch mit seinem alten Geschäftsmodell zu wagen. Außerdem fachte die Übernahme Spekulationen an, Blawatnik wolle Warner Music mit dem kleineren Rivalen EMI verschmelzen – dabei dürften große Einsparungen möglich sein. EMI gehört derzeit der US-Bank Citigroup. Diese hatte die Kontrolle über das Musikhaus übernommen, nachdem der Vorbesitzer – der Finanzinvestor Terra Firma – seine Schulden nicht mehr bediente.apa/reuters