Donnerstag, 21. September 2017

Ryanair-Chef schließt weitere Flugausfälle nicht aus

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat nicht ausgeschlossen, dass es bei der irischen Billigfluggesellschaft zu weiteren Flugausfällen kommt. Er könne „nicht garantieren”, dass es nicht zu weiteren Streichungen komme, sagte O'Leary nach Angaben eines Unternehmenssprechers am Donnerstag bei der Hauptversammlung der Fluggesellschaft in Dublin.

Mögliche Flugausfälle sollen nichts mit Pilotendienstplänen zu tun haben - Dublin - Foto: APA
Mögliche Flugausfälle sollen nichts mit Pilotendienstplänen zu tun haben - Dublin - Foto: APA

Es werde allerdings „keine weiteren Ausfälle” wegen Problemen mit den Dienstplänen geben, die Ryanair als Grund für die Streichung von mehr als 2.000 Flügen bis Ende Oktober angibt. Ryanair-Piloten sollen ihren Urlaub teilweise aufs kommende Jahr verschieben, um weitere Flugstreichungen zu verhindern. Gleichzeitig kündigte O'Leary laut dem Nachrichtensender „SkyNews” an, dass die Fluggesellschaft in den kommenden zwei Wochen 125 zusätzliche Piloten einstellen werde.

Ryanair hatte Ende vergangener Woche überraschend bekanntgegeben, dass binnen sechs Wochen bis zu 2.100 Flüge ausfallen und damit empörte Reaktionen von Kunden ausgelöst. Ryanair gab als Grund „Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs” der Piloten für September und Oktober an. Zum Start des Winterflugplans im November werde sich die Lage wieder normalisieren.

Von den Streichungen betroffen sind bis zu 315.000 Kunden. Bis zum Ende der Woche will Ryanair für 95 Prozent von ihnen Umbuchungen gefunden haben oder ihnen alternativ die Kosten rückerstatten.

„Schwere Managementfehler” schuld

O'Leary entschuldigte sich für das „Chaos”, das die Airline nach eigenen Angaben etwa 25 Mio. Euro kostet. Schuld seien „schwere Managementfehler” bei der Urlaubsplanung für die Besatzungen. Zudem verfüge Ryanair über zu wenige Reservepiloten.

Ryanair hatte angekündigt, Piloten mit einem „Loyalitätsbonus” bei der Stange halten zu wollen. Medienberichten zufolge lehnt das aber eine große Zahl von Ryanair-Piloten ab. Ein entsprechender Brief kursierte in sozialen Medien. Demzufolge fordern die Piloten, dass Ryanair grundsätzliche Änderungen an ihren Arbeitsbedingungen vornimmt.

Keinen Zweifel ließ O'Leary an seiner Gewinnprognose. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2018 will Ryanair den Gewinn auf 1,4 bis 1,45 Mrd. Euro steigern.

apa/dpa

stol