Samstag, 30. Juli 2016

SAD zeigt Interesse am Bau einer Überetscherbahn

Im Rahmen der internationalen Mobilitätstagung auf Schloss Prösels in Völs hat die SAD AG ein Infrastrukturprogramm vorgelegt in dessen Mittelpunkt der Bau einer Dolomitenbahn von Bozen nach Cortina steht. In diesem Zusammenhand wurde aber auch seitens der SAD AG der Bau einer Überetscherbahn über ein PPP-Modell thematisiert. Die SVP-Spitze des Überetsch traf sich diesbezüglich bereits im Vorfeld mit der SAD AG und begrüßt das Vorhaben.

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Foto: © D

Das Überetscher-Bahnprojekt sieht die Verbindung der Stadt Bozen mit den Überetscher Gemeinden Eppan und Kaltern vor. Bereits in der Vergangenheit wurden Machbarkeitsstudien in Auftragt gegeben und von den betroffenen Gemeinden einschließlich der Stadt Bozen als positiv bewertet.

Nun hat die SAD AG, die die Inhaberin der Konzessionen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Überetsch ist, sich gemeinsam mit Experten aus dem In- und Ausland mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die SVP-Koordinierungsobleute von Eppan und Kaltern, Christoph Granaudo und Raimund Fill, zeigen sich darüber sehr erfreut. „Es kann uns nichts Besseres passieren, als dass der gegenwärtige ÖPNV-Konzessionär im Überetsch von sich aus aktiv wird und mit der Mobilitätserfahrung der letzten Jahrzehnte an einem Modell für die Überetscherbahn arbeitet“, meint Christoph Granaudo.

Raimund Fill schlägt in dieselbe Kerbe: „Die SAD hat im Vinschgau bereits klar bewiesen, dass sie etwas von lokalen Eisenbahnverkehr versteht. Ein ähnliches Modell für das Überetsch wäre für uns alle wünschenswert.“

Auf Schloss Prösels wurde am Freitag über die Zukunft der Mobilität in Südtirol diskutiert. Foto: SVP
Das von der SAD auf Schloss Prösels lancierte Projekt sieht eine Tram-Straßenbahn zwischen den Talstationen der Rittner-Seilbahn (Bozen) und jener der Mendelbahn (Kaltern) vor. Die Fahrtstrecke wäre 17 km lang und würde über einen Teil der Stadt Bozen hinaus noch das Überetsch bedienen, welches 23.000 Einwohner, 8.000 Gästebetten, 211.000 Ankünfte und 1 Million Nächtigungen aufzuweisen hat.

Die Schätzungen gehen von etwa 4,2 Millionen Fahrgästen pro Jahr aus, davon 2,4 Millionen im städtischen und 1,8 Millionen im ländlichen Bereich.

CEO Ingemar Gatterer und SAD-Präsident Christoph Perathoner signalisieren indes ganz klar Interesse, mit ihrem Unternehmen auch im Überetsch aktiv zu werden. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, d.h. das Land, die betroffenen Gemeinden und vor allem die Überetscher Bevölkerung gemeinsam an einem Strang für die Verwirklichung dieses Projektes ziehen, können wir uns sehr gut vorstellen mit einem PPP-Modell an der Verwirklichung beizutragen“, erklären Gatterer und Perathoner gemeinsam.

Es gibt keine Zweifel darüber, dass eine Trambahn die Landeshauptstadt Bozen verkehrstechnisch entlasten und das Überetsch als wichtigen, blühenden Standort aufwerten würde. Aus diesem Grunde wollen Granaudo und Fill nach der Sommerpause mit der SAD konkretere Gespräche führen.

Auch Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SVP-Arbeitnehmer, Helmuth Renzler, wohnte der Tagung auf Schloss Prösels bei. Stellvertretend für die SVP-Arbeitnehmer bekundet er vollste Unterstützung für die Umsetzung des vorgestellten Projektes. „Der Ausbau der Bahnstreckte ist aufgrund des sozialen Aspektes sehr zu begrüßen, da dieser für die Pendler und auch für die Pensionisten von großem Vorteil sein wird“, so Renzler.

stol